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Neuseeland

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19.08.2003 - km 133'030
Nach ca. 13 Stunden Flug von Bali über Kuala Lumpur und Brisbane, landen wir müde aber glücklich in Auckland. Ohne jegliche Schwierigkeiten kommen wir durch den Zoll. Der Himmel ist leicht bewölkt, die Sonne scheint und ... es ist kalt ! Im "Central City Backpacker" lassen wir uns nieder. Der Spaziergang durch die saubere, hübsche Stadt an der kalten Luft, hält uns wach. Yeah, wir sind in New Zealand ! Und der Tiger ?
Angeblich soll das Schiff, was halt bei Schiffsfracht vorkommt, später als geplant ankommen. Es dauert allerdings eine Weile, bis wir herausfinden, wann. So steht nun fest: Den Tiger werden wir vor unserer Heimreise (Hochzeiten, Taufe von Marc, Marcel's Patenkind) nicht mehr sehen. Eine Riesenenttäuschung ! Die hiesige Cargofirma, die uns von Jakarta übermittelt wurde, taugt nicht gerade viel ! Schon beim Datum der Ankunft müssen wir in Jakarta nachfragen, weil die hier nicht fähig sind. Jetzt wollen sie auch noch die M.A.F.-Aktion separat verrechnen (Sauberkeitsinspektion gegen Einschleppung von Bakterien, Viren, Schädlingen usw.). Dabei war unsere Abmachung in Jakarta inclusive dieser Kosten. Nur bei Nachreinigung würden wir natürlich zusätzlich haften. Doch nach Rücksprache mit Remo, klärt sich das.
Wir finden auch eine Werkstatt, mit aufgestellter Crew, wo wir den Tiger überholen und während unserer Abwesenheit stehen lassen können. Der Transport vom Hafen dahin ist bezahlt, der Flug nach Hause gebucht. Nun heisst es nur noch: Ein neues Zelt suchen. Wir werden fündig und bestellen es auch gleich. Packen, das hierbleibende Gepäck in der Jugendherberge einstellen lassen und es ist soweit: Am 25. Mai fliegen wir (26 Stunden reine Flugzeit) über Hong Kong und Heathrow nach Zürich. Mit Gesichtsmasken bewaffnet, zum Schutz gegen den SARS-Virus.

Zwar kommen wir todmüde daheim an und brauchen ca. eine Woche Zeit zum Akklimatisieren, doch wir sind überglücklich ! Es ist immer etwas Besonderes, Familien und Freunde wiedersehen zu können. Wir geniessen den Monat daheim sehr, mit Hochzeiten und Taufe, bei 35°C.
Wieder in Auckland, treffen wir einige Kollegen: Für Fondue-Übergabe, Spaghetti- oder Kino-Abend. Dann heisst es: Warten ! Unser Tiger braucht Zeit ... viel Zeit ! Es müssen Teile aus England bestellt werden und das dauert.
Ganz überraschend treffen wir hier auch die Worldtrucker, Andy und Marcus, wieder. Sie sind früher als geplant mit Maggie, ihrem Lastwagen, von Australien nach New Zealand gekommen. Bei Sonnenschein nehmen wir mit den beiden sympathischen Reisenden die Stadt Auckland genauer unter die Lupe. In der Jugendherberge lernen wir auch Timo kennen. Er ist ebenfalls aus Deutschland und kann hier in Auckland in einem Outdoor-Laden arbeiten. Vor New Zealand war er in Südamerika unterwegs, und er weiss manch spannende, lustige Geschichte zu erzählen.
Wie sind wir froh, als Chris und Eva uns anfragen, ob wir die letzte Woche ihrer Reiseferien mit dem Campervan mit ihnen verbringen wollen ! Da müssen wir nicht zweimal überlegen !
Nun sind wir also mit unseren Freunden acht Tage lang im Norden unterwegs. Bei Sonnenschein fahren wir der Ostküste entlang hoch: In Whangarai treffen wir Chris' Schwester, welche ebenfalls mit ihrem Freund unterwegs ist. Zusammen kochen wir und haben einen schweinelustigen Abend ! Gemeinsam besuchen wir den Wasserfall und verabschieden uns dann von ihnen. Die Rundreise führt uns durch das hübsche Städtchen Russell, das historische Areal um das "Treaty-house" in Waitangi, wir besichtigen eine Wurzelholz-Uhrenfabrik, das Cape Reinga, die grosse Sanddüne, Tane Mahuta = Gott des Waldes (ein riesiger, uralter Kauribaum), sowie das Kauri-Museum. Highlights dieser Woche. Die Rückfahrt geht wieder der Ostküste entlang. Der Abschied fällt schwer, doch bestimmt werden wir uns bald wiedersehen ! Danke euch beiden, für diese herrliche, unvergessliche Zeit ! Habt eine angenehme Heimreise !

Zurück in Auckland steht der Tiger noch immer auf der Reperaturrampe. Erst etwa 3 Wochen später, am Montag den 11. August '03, können wir ihn dann endlich abholen.

Dan, ein sehr erfahrener Mechaniker mit dem goldenen Händchen für Motoren, lädt uns zu sich nach Hause ein. Nun hat er nicht nur eine perfekte Arbeit am Tiger erledigt, sondern bietet uns auch noch seine Gastfreundschaft an ! Ob wir da wohl noch dazulernen können ? Sein hübsches Haus steht in Pokeno, südlich von Auckland, und nebst seiner "Lady" Kathy, hausen hier noch ihre drei Hunde Ash, Jazz und Razz. Da bleiben wir ein paar Tage, geniessen die Umgebung und arbeiten am Homepagebericht usw. Dan and Kathy, you're great ! Thank you so much for everything !

18.11.2003 - km 143'864
In Pauanui am Strand mit Blick auf Tainua (2778 b)Vom lustigen Ferienhaus, von Dan's Eltern in Pauanui, aus unternehmen wir einige Ausfahrten über die Halbinsel Coromandel. Eine ganze Woche lang geniessen wir die Bleibe hier. Nur: Da es viel regnet, können wir nicht jeden Tag auf dem Tiger verbringen.
Coromandel-Halbinsel, Nähe Hahei (2904 b)Doch das macht nichts, denn jetzt fängt endlich, nach der langen Wartezeit der Überholung, wieder das Touren an: So sehen wir die Hot water beach (heisse Quellen unter dem Sandstrand), den idyllischen Ferienort Hahei, Shakespearecliff, das Städtchen Coromandel ganz im Norden und die Goldgräberstadt Waihi mit kurligem Museum und noch aktivem Silber- und Goldabbau (Marthamine). In Neuseeland übrigens gibt's noch viele, gute Kiesstrassen; ein Genuss ! Im Backpacker in Otorohanga machen wir mit einigen sympathischen Maoris, die in der Umgebung arbeiten, Bekanntschaft.
Sagenhaft ? ! Neuer Reifen und schon Plattfuss ! Logischerweise im Hinterrad ! So behebt Marcel am ersten Tag die Panne und findet ein kleines Loch im Schlauch (aber kein einziges Anzeichen im Reifen) - muss eine unsaubere Montur gewesen sein !
Marakopa-Wasserfall (2766 b)Ausfahrt nach Kawhia mit natürlichem Hafen und schwarzem Vulkansandstrand, Hamilton (der Districtshauptstadt) und Raglan, dem Surferparadies. Bei der Weiterfahrt nach Hawera regnet's und wir müssen uns mit Kaffee in einer Brasserie in Waitara aufwärmen. Nächster Halt: Backpacker auf der Ohangai-Farm in Hawera. Die Farm wird von der Schweizer Familie Othmar und Marlies Hebler geführt. Sie besitzt ca. 370 Kühe und viel, viel Land. Hier sehen wir das erste Mal, wie all die Kühe gemolken werden: Auf einem Melk-Karussell wird die Milch direkt in den gekühlten 9000 l-Tank abgeführt. Auch Peter und Yvonne mit ihren Kindern lernen wir kennen: Sie helfen auf der Farm mit und sind vor einigen Monaten hierhin ausgewandert. Mit den Australierinnen Bobbie und Shannon und ihrem Baby Jacob wohnen wir im Backpacker. In Hawera lassen wir unser Federbein beim Oehlins-Importeur überholen; der eigentliche Grund, weswegen wir hier sind. Rob Taylor ist der Fachmann, der die Federbeine im Schlaf auseinandernimmt. Doch der ganze Spass kostet uns wieder eine Stange Geld !
Mount Ruapehu in Ohakune (2746 b)Mit Bobbie erleben wir ein sonniges, lustiges Wochenende beim Mount Ruapehu: Unser erstes und letztes Skiabenteuer in Neuseeland ! In Whakapapa suchen wir vergebens den Tiefschnee, doch für dieses Geld können wir dafür alle Lifte benutzen. Auf der andern Seite, in Turoa, sind sie zum Teil geschlossen (Lawinenniedergang). Das gemietete Material ist soweit okay (Marcel Snowboard, Flavia Skier). Das Anstehen an den Liften ist anders als bei uns, die Sessellifte haben keinen Ablagebügel für die Beine ! Mount Tongariro (2637 b)Wir kommen uns vor, wie 20 Jahre zurückversetzt. Sogar den Nachbarvulkan Tongariro sehen wir wolkenlos - einen Augenblick lang - bevor wir talwärts fahren. Wieder in Hawera, folgt die letzte Arbeit am Tiger: Die Verlängerung des Seitenständers ! Endlich kann Marcel wieder ohne Flavia's Hilfe den Tiger parken. So geniesst er gleich eine Rundfahrt um den Mount Egmont (auch Taranaki). Der Vulkan sieht sehr ähnlich aus wie der Fuji in Japan. Flavia darf nicht mit, muss zuerst ohne sie ausprobiert werden...
Wellington (3389 b)Da wir das Visum verlängern lassen müssen, fahren wir direkt nach Wellington. Problemlos, innert zwei Stunden, können wir bis Ende Dezember unser Visum verlängern lassen ! Wow, da sind wir froh !
Othmar, Marlies, Peter, Yvonne und Familien: Herzlichen Dank für die tolle Zeit, uns hat's sehr gut gefallen !
In "windy Wellington" zelten wir bei einem Backpacker. Das war ein Fehler: Der Wind gibt sich alle Mühe und - es stürmt ! Die Stadt selber, die sich über viele Hügel ausbreitet, ist schön gelegen und macht einen "normalen" Eindruck: Nicht schachbrettmässig. Das Nationalmuseum (Te Papa) ist sehr interessant, sechsstöckig und - gratis ! Es beherbergt sogar eine John Britten-Rennmaschine: Das Highlight für Marcel. Auch über die geographische Situation Neuseelands erfährt man Wissenswertes. Zum Beispiel: Das Land driftet jedes Jahr 25 mm südwestwärts und erfährt 15'000 Erdbeben. Ansonsten sind die Landschaften auf der Nordinsel wunderschön ! Wie wird wohl die Südinsel sein ? Viele Menschen meinen, sie wäre noch schöner...
Bei der australischen Botschaft möchten wir das Visum beantragen. Doch das geht nicht: Dies wäre nur in Auckland möglich ! Auf die Frage weswegen, erhalten wir die Antwort: "Die Botschaft der USA macht's auch so... !" Leider ist die amerikanische Regierung nicht gerade ein Vorbild für uns und enttäuscht gehen wir wieder.

Wir schaffen's gerade, unser Zelt bei einer kurzen Regenpause zusammenzupacken. So setzt Mitte September Marcel mit dem Tiger in der Fähre auf die Südinsel über. Flavia fliegt - für 8.- Fr. ! In Nelson muss sie dann lange warten, bis es auch Marcel von Picton her geschafft hat. Abends kommen wir dem Campingplatz, etwas ausserhalb der Stadt, an und begrüssen unsere Reisefreunde Andy und Marcus aus Deutschland. Sogleich heisst es für uns: Absitzen, Abendessen futtern ! Sogar bedient werden wir von den beiden ! So manche Reisegeschichten wissen wir einander zu erzählen. Auch Timo, der mit seinem Bus unterwegs ist, treffen wir hier wieder.
Tasman-Track (2548 b)Tasman-Track (3788 b)Da das Wetter kommende Woche gut sein soll, entschliessen wir uns, im Abel Tasman-Nationalpark zu wandern. Die dreitägige Wanderung, bei Sonne und Regen, auf dem gut präparierten Weg, gefällt uns sehr gut. Am ersten Tag kommen uns dauernd frisch frisierte, parfümierte Touristen mit sauberen Kleidern entgegen und grinsen. Wir schwitzen und keuchen ! Auch die Hütten sind gut gebaut. In der ersten Nacht gibt sich Marcel's Schlafnachbar alle Mühe und versucht wohl, den ganzen Wald abzusägen ! Der Regenwald ist fantastisch, die Strände und Küste einfach idyllisch. Zu denken geben uns allerdings die vielen Häuser mitten im Nationalpark, die auf Privatland stehen und reichen Ausländern gehören.
In Totaranui nehmen wir dann das Wassertaxi zurück, da das Wetter schlechter wird. Die Fahrt führt uns an Tonga-Island vorbei: Wir erhalten die Möglichkeit, einen kurzen Blick auf die faulenzenden Seehunde zu werfen. Wieder zurück auf dem Campingplatz, heisst's: Putzen und Waschen.
Bald machen wir uns auf die Reise Richtung Süden, der Ostküste entlang.
Spermwal-Schwanzflosse (2510 b)Kaikoura (2971 b)In Blenheim degustieren wir Wein, in Kaikoura stellen wir hinter dem komischsten, uralten Backpacker, mit viel Atmosphäre und eigener Radiostation, unser Zelt auf. Von hier aus unternehmen wir eine Wal-Beobachtungs-Bootstour. Wir dürfen ca. zehn Spermwale sehen und auf dem Rückweg, immer in Begleitung einiger Albatrosse, springen sogar Dusky-Delfine ums Boot ! Die Tour war zwar teuer, aber sehr eindrücklich (Computervorführung) und wissenswert ! Und zudem: Wo können wir in der Schweiz schon Spermwale live in freier Wildbahn sehen ?
Botanischer Garten Christchurch (3596 b)Unterwegs sonnen sich Seehunde auf den Felsen an der Küste. In Christchurch folgen wir einer Einladung: Christina lernten wir in Wellington kennen und nun dürfen wir bei ihr und ihrem Mann Paul wohnen ! Mit ihnen und einigen andern Gästen führen wir interessante Gespräche. Die Stadt selber ist sehr englisch, mit schöner Kathedrale, altem ehrwürdigem, ehemaligem Universitätscampus, friedlichem botanischen Garten und interessantem Museum. Banks Peninsula (3294 b)Das Beste: Die fantastische Ausfahrt auf der faszinierenden Banks-Halbinsel zur französischen Pioniersiedlung Akaroa: Ein idyllisch gelegenes Dorf mit viel Flair.
Christine and Paul: Thank you so much for your hospitality, which we could enjoy a long time !
In Geraldine, ein weiteres hübsches kleines Nest, geniessen wir den Campingplatz und Schweizer Schoggi-Pralines (Choco Fellmann). Unter stahlblauem Himmel fahren wir zum Tekapo-See und zur Kapelle "des guten Hirten" (nebst ca. vier Cars mit asiatischen Touristen) ! Mount Cook (3238 b)Majestätisch thront der Mount Cook (3764 m) über die Berge. Wir fahren dem Pukaki-See entlang bis zum Dorf Aorangi, am Fusse der Berge. In Omarama finden wir bei Tony das bislang schönste Backpacker. Er ist mit 2600 ha Land und ca. 6700 Merinoschafen ein Grossbauer und mit ihm führen wir ebenfalls sehr interessante Gespräche. Mit Robyn und Owen in Timaru (2913 b)In Timaru, der hüschen Stadt, werden wir von Owen und Robyn eingeladen. Ihr neues Haus ist unsere Bleibe für zwei Nächte. Owen fährt eine Goldwing. Zusammen besichtigen wir die Bierbrauerei (DB Draught) und erhalten je drei Flaschen Bier umsonst, nach der interessanten Führung. Flavia trinkt zwei Flaschen - ganz schön viel für eine Weintrinkerin ! Doch eines ist auch heute noch sicher: Sie mag das Gebräu einfach immer noch nicht !
Moeraki-Boulders (3881 b)Unterwegs bestaunen wir die Moeraki-Boulders: Vom Meereswasser rund geschliffene, riesige Steine. In Dunedin scheinen für uns die Leute nicht mehr so gastfreundlich zu sein. Doch die Otago-Halbinsel-Rundtour mit Beobachtung der blauen Pinguine, kreisenden, grossen Albatrosse, Seehunde, Robben und Seelöwen (in wenigen Metern Entfernung) und dem absoluten Highlight: Den Gelbaugenpinguinen, einer vom Aussterben bedrohten Pinguinart, lohnt sich sehr ! Auch das alte Universitätsgelände (erste Universität in Neuseeland = Otago University) ist interessant. Von den 110'000 Einwohnern Dunedins sind 20'000 Studenten aus aller Welt. Die Cadbury-Schokoladenfabrik-Besichtigung lassen wir bleiben: 11.- Fr./Pers. ist uns die Schockolade nicht wert. Nur wenige Touristen verirren sich ins wunderschöne Ferienparadies der "Kiwis": Dem District "Catlins" mit dem versteinerten Urwald aus der Zeit des Gondwanalandes (als Australien und Neuseeland ein Land waren). Nugget Point, Catlins (3084 b)Blick auf Stewart Island, Bluff (2171 b)Nach einem Monat sind wir in Invercargill (nichts Besonderes, zu teure Backpackers), ganz an der Südspitze der Insel und blicken von Bluff aus auf die Stewart-Island: Huu, darüber hängen aber viele Wolken ! Die Überfahrt ist uns leider zu teuer.
Auf dem Weg ins Fiordland, machen wir einen Abstecher zum tiefsten See des Landes: Dem 462 m tiefen Houraka-See. In Manapouri finden wir einen schönen Campingplatz. Die Tannen sorgen für frische Luft, die alten Moris Minor-Autos sind eine Augenweide. Nur die Besitzerin ist ein Drachen. Die Schiffstour auf dem Doubtful-Sound kostet zuviel, zum Milford-Sound können wir fahren. Die Strasse führt durch einen märchenhaften, vermoosten Wald, alle 10 Minuten rauscht ein Wasserfall zu Tale. Links und rechts liegen die letzten Lawinen-Schneefelder am Fusse der steilen Berghänge. Der Homer-Tunnel ist nass und dunkel. Erinnerungen an die norwegischen Tunnels werden wach. Zuerst ist der Himmel bewölkt und 20 km vor dem Sound beginnt's zu regnen. Nebel hängt tief und so sehen wir vom berühmten Milford-Sound praktisch nichts. Doch die Touristen strömen in Scharen auf die Boote (40.- Fr.) ! So was Blödes ! Auch in Manapouri wurde "The Lord of the Rings" gedreht. Die ganze Südinsel war ein einziges Filmset und die Landschaften sind einfach atemberaubend und bezaubernd: Genau richtig für einen Fantasiefilm.
Sonnenuntergang; 'The Remarkables', Queenstown (2623 b)Nächster Halt: Touristenmetropole Queenstown.
Schwer vorstellbar, dass sich in diesem friedlichen Ort (mit ca. 7000 Einwohnern) in der Hochsaison bis zu 40'000 Gäste pro Woche tummeln. Schockierend bei der Ankunft sind die vielen neuen Häuser. Hinter einem gemütlichen Backpacker finden wir ein ideales Plätzchen, um unser Zelt aufzubauen. Bachdurchfahrt, Queenstown (3363 b)Von hier aus unternehmen wir einige Ausfahrten: Wir sehen die Kawarau-Brücke, von der aus der erste Bungy-Sprung stattfand, die Goldgräberhütten am gleichnamigen Fluss, degustieren Wein im Gibbston-Tal und fahren auf kurviger, enger Kiesstrasse durchs Skippers-Tal. Wir erinnern uns an die Gegend der Himalaya-Berge in Nordpakistan. Nur, dass wir uns hier statt auf 2000 m nur auf 400 m.ü.M. befinden. Marcel bewundert die Jetboote, mit denen Touren auf dem Shotover-Fluss angeboten werden. Für Flavia sind dies bloss krachmachende Fischtöter und Naturverschandler. Die Fahrt nach Glenorchy führt uns wieder in das Reich des "Lord of the rings".
Die Sonne zeigt sich von der besten Seite, doch das Wetter wird sich bald ändern. So fahren wir weiter nach Haast oder: Von der kargen, wenig grünen, hügeligen Umgebung in die Frische des Regenwaldes. Der alte Wald ist faszinierend ! Wir bleiben einen Tag, da uns der Regen eingeholt hat. Zudem befinden wir uns in einem Gebiet mit 7 m Regen pro Jahr. Mit etwas Sonnenschein und vielen Wolken fahren wir zu den Gletschern Franz Josef (Seppi) und Fox (Fuchsi). Im Dorf Franz Josef finden wir ein tolles Backpacker, haben's lustig mit Simon, Reto und Susanne aus der Schweiz. Wanderung zum Franz Josef-Gletscher bei bewölktem Himmel. Beeindruckend sind die Spuren, welche der Gletscher hinterlassen hat. Bei der Abfahrt besuchen wir noch den Fox-Gletscher und den Matheson-See. Matheson-See mit Mount Cook (3221 b)Dieser sollte eigentlich sogar den Mount Cook wiederspiegeln, doch der ist wolkenbehangen. Wir schaffen es gerade noch, vor dem Regen abzufahren. In Kowhitirangi überbringen wir Grüsse aus der Schweiz für die Familie von Ah und werden gleich eingeladen, zu bleiben. Es ist sehr interessant, die neue Melkanlage (Karussell), wo 40 Kühe gleichzeitig gemolken werden, zu besichtigen und mit Werner, Martin und ihrer Mutter Erika zu plaudern. Euch dreien nochmals ein dickes Dankeschön ! Die Zeit bei euch war sehr beeindruckend !
Goldmine, Woods Creek Track (3926 b)Weiterfahrt nach Greymouth. So ein farbenfrohes, geniales Backpacker sieht man selten. Wir bleiben zwei Nächte und werden sogar vom Besitzer zum "Znacht" eingeladen ! Er reist selber ebenfalls viel mit seiner Yamaha XT (bevorzugt Südafrika), meistens alleine und kommt ursprünglich aus England. Die Goldgräberstadt Shantytown ist uns zu teuer und zu touristisch. Dafür lohnt sich Andy's Tipp: Der Woods Creek Track. Hier haben damals chinesische Minenarbeiter Tunnels gegraben, auf der Suche nach dem Edelmetall.
Andy, thank you again so much for your kindness and interesting talks !
Die Fahrt der wilden, eindrücklichen Westküste über Westport entlang, ist sensationell ! In Punakaiki bestaunen wir die Pancakerocks und Blowholes (Pfannkuchenfelsen und Windlöcher). Nebst den Algarven und der kroatischen Küste zählt für uns diese wilde Küstenschönheit zu den atemberaubendsten Erfahrungen. In Nelson dürfen wir bei der Familie von Mike und Kaye bleiben. Kaye hat Flavia bei der Ankunft auf der Südinsel am Flughafen gesehen, wo sie arbeitet und uns gleich eingeladen: "Ich habe drei Kinder, einen Mann, einen Hund und ihr dürft auf dem Boden schlafen" ! Einfach toll ! So geniessen wir die Bleibe, die liebliche Familie und führen auch hier interessante Gespräche. Die beiden sind ebenfalls viel gereist und einfach sympathisch. Mit ihren drei Töchtern (Megan, Anna, Sally) und der Hündin "Dusty", haben wir's gut und lustig. Wir dürfen sogar eine aufregende Spritzfahrt mit ihrem blauweissen Reisecar miterleben. Damit fährt die Familie in die Ferien auf die Nord- oder eben der Südinsel. Dann heisst es jeweils: "Achtung, Hoddies on tour" !
Bald müssen wir uns verabschieden; solche Bleiben und Menschen verlassen wir immer ungern. Doch dies gehört zum Reiseleben. Auf dem Camping treffen wir noch einmal Marcus und Andy. Mit ihnen geht's zum Sportscafe, wo wir einige Rugby-Spiele der WM in Australien auf der Grossleinwand mitverfolgen. Die Atmosphären in diesen Bars/Restaurants ist jeweils fiebrig und spannend. Am nächsten Tag müssen wir uns, wohl für eine längere Zeit, auch von unseren sympathischen Reisefreunden verabschieden. Nach einem gemütlichen Kaffeeschwatz im Innern der Maggie gilt es ernst. Schweren Herzens sagen wir einander "good bye und tschüss" ! Andy und Marcus, wir drücken euch die Daumen für eure Zukunft. Herzlichen Dank für die unvergessliche Zeit mit euch !
Thank you Mike, Kaye and family for your hospitality and the pleasant days with lots of fun !
Unsere letzte Station (auf der Südinsel)/Einladung geniessen wir bei Heinz und Betty. Sie kommen ehemals aus Luzern und sind seit 13 Jahren in Neuseeland. Hier haben sie sich ein kleines Paradies aufgebaut und wir werden auch kräftig verwöhnt: Am ersten Abend gibt's Fondue ! Und erst die feinen Kuchen nach schweizer Rezepten ! Hier haben wir auch die Möglichkeit, den Tiger zu waschen und dürfen ihn sogar neben einem Verwandten in der Garage parkieren: Heinz ist stolz auf seinen gelben 98er Tiger ! Die weiteren Bewohner des Paradieses: Zwei Angoraziegen, eine Hasenfamilie und die scheue Hauskatze. Einen Tag lang geniessen wir die verwinkelten Kiesstrassen der eindrücklichen Hügelkette der Marlborough-Sounds. Immer wieder gibt die Landschaft den Blick auf den pazifischen Ocean frei. Einfach herrlich, die Farben ! Am letzten Nachmittag unternimmt Betty mit uns (auf ihrem Suzuki, wir mit dem Tiger) eine sonnige Ausfahrt auf kleinen Strassen durch die romantische, hügelige Gegend. Ein wunderschöner Abschluss unserer Zeit auf der Südinsel ! Betty und Heinz: Herzlichen Dank für alles. Die Zeit mit euch war einfach bombig !
We're so glad to know you all and we'll never forget this great time on the Southisland. New Zealand is beautiful, also because of people like you !

Von Picton aus geht die Reise mit einer bequemen Fährfahrt wieder zurück auf die Nordinsel. Gerade noch mit Glück (dank Absage von Reservationen und aufgrund einem unterlaufenen Fehler bei unserer Internetreservation), haben wir einen Platz gekriegt. Denn bei einer LKW-Fähre ist die Passagierzahl limitiert. Wir sind ja auch genug früh da. Auf der Fähre, welche um 19.30 Uhr ablegt, werden wir sogar kulinarisch versorgt (nebst Kaffee, Milo auch noch "Znacht") und der Küchenchef ist ein aufgestellter Kerl, der uns immer informiert. Die See ist ruhig.
Um Mitternacht kommen wir in der Jugendherberge in Wellington an. Zum Glück haben wir vorgebucht ! Langsam beginnt die Hochsaison... So "verdrücken" wir uns an die Ostküste, nicht aber, ohne einen alten Bekannten zu besuchen: Hans aus dem Kanton Luzern ist wieder mal mit seinem Fahrrad unterwegs und zurzeit in der Gegend. So treffen wir ihn auf dem Campingplatz, sitzend vor seiner Villa. Unsere Attikawohnung stellen wir gleich nebenan auf. Der Abend, bei Bier, Kuchen und Wein, ist lustig und es gibt so viel zu erzählen, seit wir uns in Helsinki vor zwei Jahren kennengelernt haben. Während er auf die Südinsel weiterreist, geht unsere Fahrt der Ostküste entlang hoch. Auch dir, Hans, ein dickes Dankeschön und allzeit gute Fahrt !

In Hastings nimmt unsere Reise ein vorläufig abruptes Ende. Hier erfahren wir, dass Flavia's Mutter überraschend vor drei Tagen verstorben ist. Ein Schock ! Wir können es nicht glauben und wie in einem Traumzustand "funktionieren" wir, organisieren mit grosszügiger Hilfe des Backpacker-Besitzerpaares und des TCS die sofortige Rückkehr. Kurzfristig müssen wir auch von Monica und Milan, dem tschechischen Paar, welches wir im Norden kennengelernt haben, verabschieden. Thank you Monica and Milan for the funny discussions and your time. See you again in Switzerland or Czech !
Einen Tag brauchen wir, um nach Auckland zu gelangen. Bei Dan dürfen wir übernachten und unseren Tiger parkieren. Die nötigsten Sachen gepackt, fährt uns unser Freund in die Stadt. Hier holen wir die Tickets ab und am Flughafen sagen wir ihm "good bye". In diesen Situationen sind solche Menschen wichtig und wertvoll. Dan, Jon and your wife: We appreciate so much your help ! Thank you very, very much for everything !
Dem TCS verdanken wir die Organisation der Flugtickets, um die wir sehr froh waren !

Ein langer Flug, eine schwere Zeit liegt vor uns.

02.02.2004 - km 147'504
Die dritte Einreise in NZ gestaltet sich problemlos und von Dan werden wir sogar abgeholt. Ein grosses Glück, dass wir wieder bei ihm wohnen dürfen ! Zur Weihnachtsfeier sind wir bei der Familie seiner Schwester eingeladen und sitzen zusammen draussen unter bewölktem Sommerhimmel. Im Gegensatz zur letzten, einsamen, "vergrippten" Weihnacht in Kuala Lumpur, erleben wir nun ein herzliches, warmes Familientreffen mit etwas ungewohntem, aber sehr feinem Essen wie Truthahn, Muscheln und Früchtekuchen. Niemals werden wir dieses einmalige Erlebnis vergessen !
Ausflug Northland (3936 b)Yeah, endlich sehen wir auch unseren Tiger wieder ! Doch leider konnte Dan die neuen Reifen noch nicht bestellen. Bald verlassen wir unsere Freunde, um im Norden der Backpacker-Farm "The Farm" Grüsse von daheim zu überbringen. Wir campieren im grossen Garten, bleiben länger als geplant, da uns der ruhige Platz mit viel Grün und Pferden gut gefällt. Zudem geniessen wir die lustigen Gespräche mit Gesche und Sandra, die hier arbeiten (woofen). Mike, Ellen und Familie, die Besitzer, sind aufgestellte Leute. Wir machen ein paar Ausfahrten in die herrliche Küstenlandschaft der Bay of Islands, den eindrücklichen, erfrischenden Waipoua-Kauri-Wald und können endlich die neuen Reifen auf die Räder des Tigers montieren lassen.
Taupiri Bay (3804 b)Blumen blühen, Fohlen tollen auf den Wiesen - NZ im Sommer ! Am 30.12.2003 ist vorläufig unser letzter Tag hier im Norden. Schweren Herzens müssen wir Abschied nehmen vom idyllischen Platz. Doch während der Plauderei mit Mike reift die Schnapsidee und um 23.30 Uhr fällt der Entschluss zu deren Durchführung: Nach zwei Stunden Schlaf machen wir uns, mit geborgenem Auto von Sandra, auf den 300 km langen Weg zum Flughafen nach Auckland. Das Gefährt muss öfter mal um die nachtaktiven Possums gesteuert werden, die uns mit erschreckten Augen ansehen. Damit taten wir natürlich den Kiwis keinen Gefallen (diese Tiere sind eine Plage). Am Flughafen überraschen wir Jan, der uns ganz verdutzt anguckt. Freudig ist das Wiedersehen, sind doch bereits zweieinhalb Jahre seit Skandinavien vergangen. Mit ca. siebzig andern Gästen, Backpackern und Freunden der Familie feiern wir Silvester und schlemmen wir die Könige. Zu Ehren von Ellen's Geburi, werden zwei Lämmer gegrillt. Am Neujahrstag lassen Jan, Sandra, Gesche und wir in einer traumhaften Bucht die Seele baumeln. Bald jedoch müssen wir uns endgültig verabschieden...
Wieder in Auckland, gilt es für uns Internetarbeit zu erledigen und neue Flugtickets zu organisieren. Mit Elke, Nick und Jan erleben wir einen fantastischen Abend mit köstlichem, koreanischem Essen und excellentem Kinogenuss: "The Lord of the Rings, Return of the King".
Rotorua (3302 b)Wai-O-Tapu, Champagnepool, Rotorua (3023 b)Danach sagen wir Jan "good bye". Er wird auf der Südinsel eine Englisch-Schule besuchen. Marcel chauffiert ihn mit dem Tiger zum Flughafen. Für uns geht die Reise nach Matamata weiter. Hier dürfen wir bei Niklaus und Brunhild in ihrem hübschen Häuschen mit grossem, praktischem Garten, eine Weile wohnen. Wir besuchen Wai-o-tapu (das faszinierende, farbenfrohe Vulkangebiet, welches ständig blubbert und sich bewegt), verbringen mit Marietta und Dave aus der Schweiz einen lustigen Nachmittag, besuchen Rotorua und sein "Maorialtstadt-Quartier" Ohinemutu mit speziellem Glasbild der Kirche St. Faiths. Im "Agradome" werden wir über die Schafarten und die anstrengende Arbeit eines Schäfers (inklusive Schafschärung) aufgeklärt. Die hügelige, von Vulkanen geformte Gegend mit den vielen Seen wie Green, Blue Lake und dem Mount Tarawera ist wunderschön. Die Zeit vergeht im Fluge und schon müssen wir uns von den sympathischen Gastgebern verabschieden.
Tongariro Crossing (3478 b)Tongariro Crossing (3733 b)Von Taupo aus, wo wir als nächstes stationiert sind, durchlaufen wir das Tongariro-Crossing (Nationalpark, 1900 m.ü.M.). Da es Hochsaison ist, dürfen wir die anstrengende, aber absolut eindrückliche Wanderung mit ca. 500 andern Leuten teilen. Diese verteilen sich zum Glück dann unterwegs. Die öde, felsige, graubraune Landschaft besteht aus rotem und schwarzem Lavagestein, gelben Schwefelablagerungen, Vulkanen, Geröllhalden, türkisfarbenen Seen - eine seltsame, einmalige Welt - eine eigene Welt. Des weiteren besichtigen wir die Huka-Falls (Waikato-Fluss), das Maoridorf Whakarewarewa in Rotorua (sehr interessant, aber leider zu kurze Tanzvorstellung). Im Honey-Hive-Centre degustieren wir die verschiedensten Honigsorten, sehen durch Plexiglasrohren und -kästen den Bienenvölker bei der Arbeit zu und testen Fruchtwein. Dieser schmeckt vorzüglich, süss wie Wein, wird aber eben von andern Früchten hergestellt (Kiwi, Aprikosen). Auch die Aratiatia-Schlucht bestaunen wir, und das Wairakei geothermale Kraftwerk glänzt nur so von den riesigen Chromstahlrohren. Craters of the moon (Mondkrater): Einfach einmalig ! Desert Road, Mount Ruapehu (3385 b)Über die Desertroad (Highway 1 mit Mount Ruapehu zur Seite) fahren wir durch eine steppenhafte Ebene und biegen in die Gentle Annie-Road ein, die sich durch Hügel an Farmen vorbeischwingt und uns nach Hastings/Napier bringt.
Unterwegs stoppen wir bei einer Farm, wo die Bauern gerade dabei sind, die Hintern der Schafe zu reinigen: Die verschissene Wolle wird weggeschnitten, da bald das Schären beginnt. Beim Gespräch mit einem Bauer erfahren wir, dass diese Farm 26'000 acres (also 10'400 ha) gross ist, 60'000 Schafe, 5000 Rinder und 2500 Stück Rotwild besitzt. Und wir dachten, die Buscot-Station auf der Südinsel wäre gross ? ! Durch die, uns bereits bekannte, Art-Deco-Stadt Napier gelangen wir am nächsten Tag nach Gisborne.
Ostküste (3074 b)Hier quartieren wir uns im umfunktionierten Backpacker (ehemaliges Nonnenkloster) ein, treffen zufällig Alex und Tom, in Hastings kennengelernt, wieder und machen eine eindrückliche Begegnung mit der Künstlerin Meredith Christian. Sie arbeitet an einem globalen Umweltschutzprojekt mit Bildern, Geschichten der Maori-Traditionen. Obwohl von Capitan James Cook Poverty-Bay (Armutsbucht) genannt, ist die Gegend heute ein wichtiges Gemüse- und Fruchtplantagen-Zentrum.
East Cape (3544 b)Die Fahrt geht weiter ans East Cape. Erster Stop: Das kleine, ruhige Maoridorf Whangara. Hier wurde "Whale Rider" gedreht, ein sehr interessanter, fantastischer Film über Konflikte der Maorigenerationen und -kultur. Der 660 m lange Pier in der Tolaga-Bay wird heute nicht mehr von Schiffen angefahren, da es ja jetzt die Landverbindung (Strasse) gibt. Er verfällt langsam im sandigen Wind und wilden Meereswasser. Sonnenaufgang, Tokomaru Bay (2864 b)Kurzer Schwatz mit Alex, einem Motorradfahrer aus Deutschland. Von ihm erhalten wir den Tip, das Backpacker in der Tokomaru-Bay zu besuchen. Der ganze Norden der Ostküste ist relativ dünn besiedelt, von Touristen nicht überlaufen, ursprünglich, Natur pur. "Brian's Place" entpuppt sich als Kleinod: Gemütlich, erholsam. Mit den wenigen Gästen haben wir's lustig, mit Lorenz führen wir interessante Gespräche. Der Strand ist lang, wild, der Wind bläst um unsere Ohren und peitscht die Wellen auf. Trotzdem badet Marcel kurz und geniesst das Wellenspiel.
Am nächsten Tag fahren wir zum East Cape. Die kiesige Strasse führt uns an Hügeln mit Buschwald, robusten Kühen am Strand und Pferden auf den Weiden vorbei. Die ganze Gegend wird vorwiegend von Maoris bewirtschaftet. Am Cape angelangt, halten wir nur kurz an. Die Bewölkung nimmt zu, so fahren wir unseres Weges weiter. In der Maraehako-Bay gelangen wir an ein anderes paradiesisches Plätzchen: Das gleichnamige Backpacker, welches gestern ein älteres Pärchen aus England empfahl. Sie vergassen da im Kühlschrank ihr Bier und "vermachten" es uns ! Mit Gregor und Priska aus der Schweiz erleben wir einen herrlichen Abend, sehen beim Zubereiten und Räuchern der frisch gefangenen Fische zu (der Besitzer bietet Boots-Fischertouren für die Gäste an), kommen in den Genuss von Red Snapper-Fischfilet dank grosszügiger Einladung der beiden Schweizer. Später am Abend spendiert der Backpackerbesitzer uns Gästen Austern und vom geräucherten Fisch. Mmh... das ist ein Schlemmen !

Bei Dan: Box zusammenbauen für Verschiffung nach Australien (4433 b) (3834 b)Glücklicherweise, fast ohne Regen, fahren wir wieder nach Pokeno und somit zu Dan. Nun beginnt die Arbeit: Putzen unseres sämtlichen Materials, Waschen der Kleidung und des Tigers wegen den strickten Einreisebedingungen Australiens. Doch damit nicht genug: Auch die dritte Verschiffung unserer Reise will organisiert sein. Bob, der Dan's Haus neu bemalt, lädt uns zu einer Glühwürmchen-Höhlen-Tour ein. Nachdem wir uns etwa eine Stunde lang in der wunderschönen Gegend verfahren haben, finden wir endlich die Farm und somit den Eingang zur Nikau-Höhle. Die Nikau-Palme, welche nur hier in NZ wächst, gab ihr den Namen. Zwar ist die Höhle nur 1 km lang, doch die Glühwürmchen sind (wie Sternen am Himmel) einfach total faszinierend. Der Weg geht meist durch den Bach, den Stalaktiten und Stalagmiten entlang. Das letzte Stück muss im Wasser durchkrochen werden: Eine enge Angelegenheit. Nass und schmutzig gelangen wir wieder ans Tageslicht und lassen die Höhlenwelt mit Spinnen, Aalen, Raten und Krebsen hinter uns. Nun aber zurück, Barbara, Bob's Frau, hat das Abendessen vorbereitet. Dieses Erlebnis, sowie die Stunden mit Dan und seinen Eltern Mike und Ali lockern die strenge Zeit auf. Es scheint, als wollen sie uns noch die verbleibende Zeit in ihrem schönen Land versüssen...
Am 02. Februar '04 ist es soweit: Der Tiger und die Boxen in der Holzbox aus Indonesien verpackt, im Hafen abgeladen und alles sonstige organisiert, nehmen wir mit einem weinenden und lachenden Auge Abschied. Für all unsere Freunde, Reisebekanntschaften und Gastgeber ein dickes Dankeschön ! NZ wird von Menschen, wie euch, gemacht was es ist: Ein wunderschönes, grünes, gastfreundliches und interessantes Land !

NZ good bye - OZ hello !


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