Europa, Teil 1

Europa, Teil 2 ->

12.05.2001 - km 68'900
Marcel und Chris am basteln  Beim Abschiedsfest in Dallenwil wünschen Verwandte, Bekannte und viele vom Tiger-Club Marcel und Flavia eine gute Reise.
 Nochmals ein herzliches Dankeschön an alle die gekommen sind !

29.5.2001 - km 72'794
Glücklich in Deutschland angekommen Unterwegs zur Grenze Raststätte Gunzgen Abschied mit Familien und Freunden bei strahlendem Sonnenschein und mit schweren Herzen. Bei einer Raststätte überraschen uns einige Tigerclubmitglieder. Das war eine coole Idee, über die wir uns riesig freuten. Anschliessend begleiten uns drei Tigerfahrer bis über die Grenze und bei einem Drink verabschieden wir uns. Es kann losgehen !
Wir campen vor Pforzheim auf einem günstigen, etwas komischen Camping. Am nächsten Tag geniessen wir den Schwarzwald und wechseln dann in die Pfalz. Die Sonne begleitet uns auch heute wieder. Uebrigens sind wir hier mitten in der Weinregion des Landes (schade dass wir nicht degustieren können !). Nächster Camping an der Mosel.
Tags darauf durchqueren wir hübsche Dörfer an der Mosel, picknicken wiederum und geraten doch prompt in einen Stau (Ausfahrt Köln und später Dortmund). Nächster Camping in der Universitätsstadt Münster. Abends Pizzaessen in der Stadt bei einem Türken (blond und blaue Augen !) und kurzer Schwatz mit ihm. Am nächsten Morgen gehts gegen Mittag (es dauert jeweils immer etwas bis wir bereit sind) in Richtung Bremen auf der Autobahn. Später im wunderschönen Emden tauschen wir einen Travellercheck auf DM um (15 % Kommission wollen die !). Schon wieder was gelernt: Nie mehr Deutsche Bank !
Wir campen an der Nordsee im Nationalpark Wattenmeer. Ein Feldhase scheint hier auch heimisch zu sein. Heino und Susanne, später auch noch Norbert und Christiane, sind unsere Nachbarn und mit ihnen erleben wir einen lustigen Abend in der Campingkneipe.
Doch es geht weiter: Dieses Mal über Bremen nach Lübeck zu Rostock. Camping an der Ostsee. Vor der Bettruhe spazieren wir den ganzen Camping ab (übliches Abendprozedere). Marcel meint, danach könne man besser schlafen. Flavia glaubt eher, dass dies Gelegenheiten sind um einen Stumpen zu rauchen. Naja, dafür bleiben die Viecher fern.
Und wieder ein weiterer Morgen. Die Sonne bleibt uns treu, wie schön. Schon bald eine Woche, das ist Rekord ! ! Nach der Reinigung des neu gekauften Sandsackes (Motorenöl aus Flasche ausgelaufen) gehts los Richtung Rügen, nachdem wir das Nordseegebiet mit den vielen Windrädern und einigen Reetdachhäusern schon ein wenig kennengelernt haben. In Rügen ist die Landschaft dieselbe (viele Rapsfelder mit markantem Geruch). Einige hübsche Städtchen gibt es aber doch. Die Gegend in Darss Zingst ist einmalig schön, die wunderschönen Städte dürfen verträumte Gässchen ihr eigen nennen. Die Natur ist gewaltig (obwohl man immer einen Deich, die einzigen Berge in dieser Region, besteigen muss um das Meer sehen zu können. Ausser es sei Ebbe). Abends dann Rumknorzen am Motorrad und Kampf mit den Mücken.
Als nächstes treffen wir nach Kiel in Eckernförde ein. Bei Regen, den gibts ja auch noch, und viel Wind versuchen wir mehr schlecht als recht das Zelt aufzustellen. Abendessen wieder beim Türken auf dem Campingplatz und anschliessend wohltuende warme Dusche.
Heute ist Ruhetag mit administrativen Arbeiten, einiger Kosmetik am Tiger und Shopping in Eckernförde mit seiner schönen Altstadt.
Morgen gehts weiter über die Grenze nach Dänemark. Mal gucken, was uns da erwartet. Ach ja, das Wetter hat sich gebessert. Die Sonne zeigte sich nebst einigen Wolken und eben wieder diesem Wind erneut.

20.06.2001 - km 76'218
Alte Windmühle Hütte Camping Ringkoping Wir sind in Ringkoping, einer dänischen Kleinstadt auf der westlichen Seite gelandet und geniessen die zwar flache aber wunderschöne Natur. Die Ueberfahrt von D nach DK verlief sehr gut, nur das Wetter will irgendwie nicht so. Es ist kühl und regnerisch. Wir machen darum einen Abstecher in ein Badezentrum. Es sollte wohl so etwas wie ein Alpamare sein, war aber enttäuschend kleiner. Deshalb wurden Dampfbad und Sauna häufiger genutzt.
Camping Norddeich mit Zeltnachbarn Norbert+Christiane, Heino+Susanne Auf unserem Camping windet es sehr viel und stark. Leider sind von vier schon zwei Zeltstangen zerbrochen, doch Marcel hat sie wieder hergestellt. Ausserdem hatten wir ungebetenen Besuch von einer Maus, welche in meinem Motorradstiefel ihre "Mäusegegel" deponierte (mein Käsegeschmack hat ihr wohl voll und ganz entsprochen, der von Marcel war ihr offenbar zu würzig) ... und wir dachten, wir müssten uns vor Bären und Wölfen fürchten ! Aber noch nicht genug ! Dummerweise lagerten wir einen Teil unserer Nahrung im Innenzelt. So hat doch dieses Biest prompt ein Loch in die Wand gefressen. Hineingekommen ist sie zwar nicht, aber drüberhinweg. Nun, das Loch ist gestopft und den Haupteingang haben wir auch gleich zugemacht. Sie hat sich nicht mehr blicken lassen, aber auf dem Innenzelt sah man ihre Spur in Form von kleinen Kügelchen...

Motorradcamping in Nodager beim waschen und trocknen Soweit, so gut. Schon bald steuerten wir den Motorrad-Camping in Nödager auf der anderen Seite an: Ein toller Platz ! ! Der Camping wurde von einer Vereinigung gegründet (ca. 25'000 Mitglieder... hat Dänemark überhaupt so viele Einwohner ?) und steht allen Motorradfahrern zur Verfügung. Kaum angekommen ziehen wir immer wieder Interessierte an. Daraus entstehen sehr gute Gespräche mit einigen Tipps für uns unter anderem betreffend Nordkap, Delhi usw. Menschen lernt man besser kennen und ein abgesoffener, komischer Mann kommt einem plötzlich nett vor. Wir geniessen den ersten schönen Tag, indem wir alles putzen und trockenlegen.
Künstlergasse in Arhus Von hier aus unternehmen wir einige Ausflüge, zum Beispiel auch nach Århus, der zweitgrössten Stadt Dänemarks. Sie besitzt eine wunderschöne Innenstadt, einen herrlichen botanischen Garten und ein interessantes Freilichtmuseum ("Den Gamle By"). Ausserdem besuchen wir einen der schönsten skandinavischen Tierparks (natürlich mit Wölfen). Nun wissen wir, was uns in der unberührten Natur des Nordens erwartet (Elche ! !).

Schon bald fahren wir nach Siaelland mit der Hauptstadt Kopenhagen. In der Nähe der Stadt campen wir, dieses Mal ohne Mäuse und Wind. Drei volle Tage dürfen wir in dieser wunderschönen Metropole mit viel Farbe und Leben bei Sonne geniessen. Wir besuchen das Tabak- und Pfeifenmuseum (ist ja wohl logisch), das Guinness-Rekord-Museum, Ripley's Kuriositätenmuseum (Flavia ist es anschliessend etwas komisch) und das Tivoli mit dem Wachsfigurenkabinett von Louis Tussaud. Bei Amalienborg (dem Sitz der königl. Familie) dürfen wir sogar königliche Staatsempfänge oder so miterleben (mit Pferd und Reiter, Kutschen, Polizei, Garden und Musik). Aber leider geht auch diese Zeit vorbei und schon bald fahren wir an einem sonnigen Tag über die Oeresund-Brücke nach Schweden. Dänemark, Du bleibst unvergesslich.
Im nördlichen Nachbar campen wir nun seit fünf Tagen bei Sonnenschein.. Auf der Reise hierher wollte unser Tiger plötzlich nicht mehr so wie er sollte. Wir mussten kurz einen Kerzenwechsel mit Vollast durchgeben. Dann kamen wir ungefähr 104,5 m weit und schon war wieder etwas nicht in Ordnung: Marcel hatte die Benzinleitungverbindung zu stark angezogen (das kommt davon, wenn Mann das Erotikmuseum in Kopenhagen nicht besuchen darf, muss ich mir merken). Nun, wir schafften es doch noch und fuhren bei herrlichem Sonnenuntergang auf eben diesen Camping. Abendessen bei McDonalds. Übrigens: Schweden besitzt Wald .... sehr viel Wald und darin leben die Elche. Wir hoffen, diese nie vor den Tiger zu bekommen.
Gestern war es sogar schön warm. Wir konnten Wäsche und Tiger waschen sowie "sünnälä". Zudem genossen wir einen gelungenen Abend bei Kaffee in einem selbstumgebauten Bus eines Päärchens aus Chur. Die Polkagrisfabrik (tradition. Zuckerstangen und sonst noch viel Süsses) besuchten wir ebenfalls nebst dem Husqvarna-Fabrik-Museum. In diesem Laden gibt es so viel Süssigkeiten, dass es einem schon vom Anschauen schlecht wird. Die Fabrikation war natürlich trotzdem interessant. Der Vorrat ist übrigens schon alle. Wir sind hier im Smaland, will heissen in der Heimat von Astrid Lindgren. Somit darf auch ein Besuch der Astrid-Lindgren-Welt nicht fehlen. Pippi Langstrumpf, Michel, Karlsson vom Dach sowie die Kinder aus Bullerbü sind dort lebhaft zu sehen. Eine Ausstellung über die Schriftstellerin ist sehr interessant.
Was wir ebenfalls festgestellt haben: Die Strassen hier sind sehr breit und gerade. Fahren können sie trotzdem nicht. Schon der vierte Selbst-Unfall haben wir in den fünf Tagen gesehen (führten alle in den Strassengraben). Was toll ist, sind die vielen Oldtimer entweder Autos oder Motorräder. Morgen wechseln wir nach Stockholm und hoffen, einige Mitsommer-Feierlichkeiten miterleben zu können. Wir brauchen ja wieder Süsses ...

05.07.2001 - km 76'878
Volkstanz in Skansen Wir dürfen den Mittsommer im ältesten Freilichtmuseum Europas, nämlich im Skansen, feiern. Traditionelle Volkstänze und -musik sowie amüsante Tanzschritte der Besucher dürfen wir bestaunen, denn jeder, wirklich jeder tanzt hier ! So natürlich auch wir (schliesslich mussten wir testen, was wir noch können). Die Stadt Stockholm ist sehr schön, viel Interessantes und Beeindruckendes gibts zu sehen: Das Vasa-Museum (über das Schiff, welches nach 330 Jahren geborgen wurde, sehr sehenswert), Schloss Drottningholm (heutiger Königssitz) usw. Ausserdem beeindrucken die vielen, natürlich, Holzhäuser in verschiedenen Farben im ganzen Land. Kein hässlicher Betonklotz. Mit Frau Bank, der Tante einer ehemaligen Arbeitskollegin, trinken wir einen Kaffee und überreichen die Schweizerschoggi. Homenkollen, Oslo Sie lädt uns für eine Uebernachtung in ihrem Heim in Uppsala ein, welche wir gerne annehmen. So fahren wir also hin und werden von ihr beim Nachtessen mit gepökeltem und geräucherten Lachs, Mangold (Spinatart), Kartoffeln an Dill und selbstgebackenem Kuchen sowie Glace mit Beeren verwöhnt. Zudem dürfen wir auch noch die Wäsche waschen und die beiden braven Jagdhunde (engl. Pointer) streicheln. Ein wirklich schönes Erlebnis, danke Angela und Frau Bank !
Eine Enttäuschung hingegen ist die Wartefrist beim nahegelegenen Händler: Sechs Wochen, um einen Service zu tätigen; das ist auch uns zu lange. Doch lässt sich niemand anders finden, darum lassen wir es bleiben und versuchen es in Norwegen erneut ! Fazit: Die schwedischen Motorraddealer haben es wahrscheinlich nicht nötig, die müssen wohl sehr reich sein !?
Es regnet wieder einmal bei der Ueberfahrt nach Norwegen, nachdem in den letzten Tagen die Sonne gelacht hat. Dafür finden wir im Ekeberg-Camping einen sehr schön gelegenen Platz (Naherholungsgebiet der Osloaner). Kurz nachdem wir in einer Regenpause das Zelt aufgestellt haben, geht ein Gewitter nieder, dass es fast das ganze Land überschwemmt: Schwein gehabt ! In dieser Nacht spaziert ein Igel gemütlich durch unser Vorzelt. Wir besuchen den Holmenkollen, das Wikingerschiffs- und das Frammuseum. Wirklich sehr interessant und dabei scheint immer die Sonne, wie angenehm !

10.07.2001 - km 77'896
Wir fahren weiter, und nach Drommen/Kongsberg (sogar Autofahrer winken uns zu) finden wir auch unsere heissgeliebten Kurven wieder. Ein fantastisches Tal mit Stromschnellen in den Flüssen, kleinen Schneefeldern in den Bergen und viel Grün führt uns südwärts. Ca. 70 km vor Kristiansand entschliessen wir uns, vom Allemannsrecht Gebrauch zu machen und campieren in einem Waldstück zwischen Fluss und Strasse. Übernachtung im Freien Beim Herumhantieren erwischt Marcel einen Baumstrunck und der Tiger kippt. Scheisse, wir waren ja noch drauf ! Aber nichts passiert, nur der Koffer zerbäult und das Gestänge etwas verschoben. Da rundherum niemand campt, kann Marcel in aller Ruhe und Lautstärke alles wieder einigermassen richten. In dieser Nacht schlafe ich gar nicht gut, erwarte jederzeit einen Elch oder sogar einen Wolf. Aber ausser Mücken und Spesen nichts gewesen.
Weiterfahrt Richtung Osten durch ein wunderschönes Quertal. Plötzlich sehen wir eine von der Wiese in den Wald flüchtende Elchkuh... wow, was für ein Erlebnis (es gibt sie also doch, und das ganz ohne Test) ! ! Unsere nächste Uebernachtung führt uns an einen Stausee in der Nähe von Sandnes. Auf einem Rastplatz finden wir nebst einigen Motorhomes ein hübsches Plätzchen und nehmen nach dem Zeltstellen ein erfrischenes Bad. Wie herrlich ! Allerdings mussten wir uns dies mit einer Steinfussmassage auf dem groben Kies erst noch verdienen.
Am nächsten Morgen gehts auch schon wieder weiter und wir machen Bekanntschaft mit den Fjorden und Fähren. Eine längerdauernde Liaison. Wir gelangen nach Bergen bei sonnigen Wetter und bleiben dort zwei Tage bei Regen. Hier lernen wir Mäse und Michael aus Wetzikon kennen, zwei Velofahrer, die mit drei Platten, einem Schaltkabelriss und "Achti" im Hinterrad wirklich Pech haben. Da sind wir mit unserem Baumstrunk gerade wieder zufrieden. Wir hoffen, dass diese zwei anschliessend ihre Reise erfolgreicher durchziehen konnten.

17.07.2001 - km 79'881
Bergen ist ja bekanntlich die Stadt des Regens, das bekommen auch wir zu spüren. Trotzdem dürfen wir unser Zelt trocken zusammenräumen und auch ohne Regen starten. Durch fantastische Landschaften, Felsentunnels ohne Licht und vielen Fjorden und Wasserfällen gelangen wir nach Sandane. Unterwegs begegnen uns immer wieder Schafe und Ziegen. Auf dem Camping lernen wir das Ehepaar Schumacher kennen. Die Kaffee-Einladung nehmen wir gerne an. Bei angenehmen Temperaturen und guten Gesprächen sitzen wir bis um 01.30 Uhr zusammen. Wir merken nicht, wie die Zeit verging, denn jetzt wird es nicht mehr dunkel; danke für den netten Abend !
Heute zieht das blaue Loch über uns weiter, doch wir sind zu langsam. Es regnet wieder einmal. Unser Ziel, Ålesund, sehen wir vom Tiger aus und fahren bei diesem Wetter gerne weiter. In Skodje quartieren wir uns in einem Carvan ein. Das Wetter ist grauslig und die Bleibe nicht den Preis wert. Am nächsten Morgen, es ist noch bewölkt, fahren wir Richtung Geirangerfjord am Geirangerfjord und geniessen diesen mit seinen berühmten Wasserfällen: "Sieben Schwestern", "Freier" und "Brautschleier".
Kurze Bekanntschaft mit zwei anderen netten Motorradpäärchen aus Deutschland, die uns noch bei der Ankunft in Geiranger fotografieren. Danach Fahrt über den kurvigen Adlerweg und die "gefürchteten" Trollstiegen. Die Trollstiegen Nur ein kleiner Teil gleicht der Strasse des Stilfserjochs (ca. sechs Haarnadelkurven). Wir dachten schon, den Beschreibungen nach müsste die ganze Strecke so sein...
Von Andalsnes über Molde gelangen wir nach Kristiansund. Der Camping liegt am offenen Meer und wir glauben, einige Wale in weiter Ferne gesichtet zu haben. Aber vielleicht haben wir einfach nur zuviel Regenwasser bisher geschluckt. Es regnet immer noch. Weiterfahrt nach Trondheim und erste Durchquerung des Tunnels unter einem Fjord durch. Trondheim ist eine wirklich hübsche Stadt. Wir übernachten im Sommerhotel Singsaker, welches eigentlich ein Studentenheim ist.
Nach ausgiebigem Frühstück und Zubereitung der Sandwiches zum Mitnehmen (das machen die da so), fahren wir weiter Richtung Norden. Ueberquerung des Polarzirkels in einem steinigen Tal. Wir gelangen nach Bodö und campen am Meer auf einem Stück Bauernland (dafür bezahlen wir nicht viel). Hier lassen wir auch die Pneus wechseln. Um 8.45 Uhr sind wir in dieser Bude und wollen eigentlich auf die 10-Uhr-Fähre. Doch weit gefehlt ! Um zwei Pneus am Tiger zu wechseln, benötigen die sage und schreibe drei Stunden ! Und wir haben immer noch nicht gefrühstückt ! Durch das Eingangstor sehen wir, wie sie zu dritt am Tiger rumschrauben. Als sie fertig sind, muss Marcel auf den Tiger sitzen, damit sie den Autolift runterfahren können. Selber haben sie sich nicht getraut.
Auf der 13.00-Uhr-Fähre dann scheint wieder die Sonne und wir lernen Katrin und Jürgen kennen, ein sympathisches deutsches Päärchen auf Urlaub, die uns bewundern. Mit ihnen führen wir interessante Gespräche und sind dankbar dafür.

26.07.2001 - km 81'792
Auf den Lofoten bleibt uns die Sonne treu und wir finden einen wunderschön gelegenen Camping. Leider fegt hier der Wind "wie nä Moorä" und das Fischesssen ist zwar fein aber Marcel kriegt trotzdem Seegang. Nach einem Spaziergang und einer guten Nacht sieht die Welt am nächsten Morgen schon besser aus. Wir geniessen die Fahrt durch die berühmten Lofoten mit ihren steil in das Meer fallenden Felsen und die Mooslandschaften. Die 10'000 bzw. 80'000 km-Grenze wird 'überfahren'. Auf den Vesterålen finden wir wieder zum Regen zurück und campen per Zufall auf einem Platz, der seit vielen Jahren von einem Küssnachter geführt wird. Er lebt schon 30 Jahre in Norwegen und steht wohl so etwas wie auf Kriegsfuss mit der Schweiz. Wir lernen da auch eine sehr nette Familie aus Hamburg kennen, die uns Mut macht und vom schönen Wetter im Nordkap erzählt. Weiterfahrt nach Tromsö. Beim TMC-Center in Tromsö mit Mechaniker Jörn Wir finden nach langem Suchen im TMC-Center den richtigen Triumph-Vertreter und Jörn, genau der Mechaniker, den wir gesucht haben. Nach seiner Arbeitszeit hantieren er und Marcel am Tiger rum, nachdem wir das Zelt auf dem Gelände vor dem Laden aufgestellt haben. Um 23.00 Uhr gibts Feierabend und am nächsten Morgen erledigen sie den Rest. Bis auf den sich langsam meldenden Starterfreilauf ist alles wieder in bester Ordnung und unser Portemonnaie um einiges leichter.
Icemeer-Kirche Wir fahren auf den Camping und treffen da auf Deborah aus Hinwil, die alleine mit Zelt und Auto unterwegs ist. Zusammen verbringen wir einen lustigen, tollen Abend mit Gesprächen und einem Besuch des Pubs Gjöa. In diesem Pub halten sich vor allem Einheimische bei exzellenter Livemusik auf und einem Polterabend dürfen wir auch noch ein Stückchen beiwohnen. Ein gelungener Ausgang ! Ausserdem treffen wir auf dem Camping Roger aus Sursee und Peter aus Alpnach. Ein amüsantes Duo. Reiner und Jan aus Weisslingen Des weiteren lernen wir auch Jan mit dem roten CH-Bus und Reiner kennen, der für drei Wochen mitfahren darf. Jan ist etwas länger unterwegs und vielleicht sehen wir ihn in Helsinki wieder. Mit Euch allen durften wir eine zwar kurze aber wirklich supermegaschöne Zeit erleben, vielen Dank !
Bei immer noch schlechtem Wetter fahren wir weiter ostwärts wo es langsam trockener wird. So steigt noch die Hoffnung ! In Alta campen wir das letzte Mal vor der "Erstürmung" des Nordkaps. Am nächsten Morgen, je näher wir kommen, um so öfter scheint die Sonne; yeah, endlich ! ! ! Nordkap mit Tiger Norkap Bei Kälte und viel Wind fotografieren wir zunächst mal und reservieren im Center gleich einen Platz. Später kommen Peter und Markus, zwei Motorradfahrer aus dem Thurgau dazu und ... Peter und Roger, die wir schon in Tromsö kennengelernt haben. Nordkap mit Peter und Markus (Thurgau), Peter und Roger (Alpnach/Sursee) Die Sonne scheint immer noch und mit ihr steigt die Hoffnung, sie um Mitternacht sehen zu können. Aber genau präzise um 22.30 Uhr schiebt sich ein Wolkenband davor und weicht nicht bis um 04.00 Uhr auf die Seite. Dafür steigt die Stimmung unter den Teilnehmenden und mit Kaffee und Suppe auf der Veranda eines Angestelltenhauses erreicht sie den Höhenpunkt. Markus, Peter und Marcel müssen natürlich noch die Motorräder vor den Globus vorfahren, um noch ein paar Fotos zu schiessen. So gegen 04.00 Uhr legen wir uns für ein paar Stunden in die Schlafsäcke. Am nächsten Morgen strahlt schon wieder die Sonne. Nach gemütlichem Frühstück und Zusammenpacken fahren wir zum Kirkeporten, einem Felsen mit Loch, durch das sich das Kleinkaphorn zeigt. Allerdings muss dieser Anblick redlich verdient werden mit einer Wanderung (kein Problem ohne Töffklamotten). Wir geniessen noch die letzte Zeit miteinander und verabschieden uns dann (Markus und Peter fahren weiter westwärts, Roger und Peter nehmen das Post- oder Hurtigrutenschiff nach Kirkenes, um von dort aus mit dem Auto weiterzufahren). Es war echt toll und lustig mit euch; thank you very much und wer weiss ... vielleicht bis wieder einmal ?
Rentiere bei Karasjok Wir campen ein letztes Mal auf norwegischem Boden in Karasjok bei einer Horde Mücken. Jetzt tauchen wir in die Tundralandschaft Nordfinnlands ein mit viel Wald, Seen und Rentieren. Diese trampeln gemächlich auf der Strasse und rennen mit ihren X-Beinen vor einem her. Auf der Strasse gibt es eben weniger Mücken ! Nachdem wir eine Husky-Farm besichtigt haben (82 sibirische Huskys), fahren wir weiter bis nach Rovaniemi. Hier liegt das Dorf des Weihnachtsmannes. Zudem ist Rovaniemi die Hauptstadt Lapplands mit einer sehr bewegenden Vergangenheit.
Fast-Mitternachtssonne (Inari, 3:20h) Santa-Claus-Village, Polarzirkel, Rovaniemi Unterwegs bei Rovaniemi

15.08.2001 - km 83'855
Die Abfahrt von Rovaniemi ist wieder mal mit Regen gesegnet. Trotzdem kurven wir, mit einem Abstecher nach Schweden um die letzten Kronen noch zu verputzen, an die Ostsee. Hier zeigt sich auch die Sonne wieder, aber nur am Küstenstreifen. In Kemi gibt's im Sommer nicht viel zu sehen, dafür ist im Winter das Snow castle LumiLinna ein Publikumsmagnet. So ziehen wir weiter nach Oulu. Da stinkts ! Die Papierfabriken sind nicht unser Ding. Der Camping ist wunderschön an einem fantastischen Sandstrand gelegen. mit Reto und Claudia in Oulu am Strand vor 1.August-Feier Wir lernen Claudia und Reto aus Meilen kennen, mit denen wir am 31. 07. einen wunderschönen Sonnenuntergang mit rot-pinker Abendstimmung erleben und danach bereits mit der 1. August-Feier beginnen. Bei gemütlichem Feuer geniessen wir Rose und Prinzenrollen bis dann der Nationalfeiertag nicht mehr neu ist. Danke ihr zwei, für diesen tollen Abend ! Strand von Oulu
Weiterfahrt nach Vaasa. Auch hier gelangen wir wieder an einen komfortablen Camping mit sechs kleinen Einzelküchen. Sowas haben wir noch nie gesehen. Ausserdem ist dies die erste Stadt, welche auch ein Flair trotz Schachbrettformat besitzt. Nach einem totalen Stadtbrand wurde sie ca. 7 km westwärts wieder aufgebaut. Das Gamla Vaasa (die alte Stadt) haben wir gesucht, gefunden und sind dann auch wieder gewesen ! Mit Dietmar und Elke aus Schleswig-Holstein, ebenfalls mit einem Motorrad unterwegs, führten wir gute Gespräche und dürfen gemütliche Stunden verbringen. Auch Euch herzlichen Dank, wir haben uns sehr gefreut ! Ein entspannender Saunabesuch durfte natürlich nicht fehlen.
Holzhäuser in Naantali Langsam fuhren wir Richtung Süden. Die nächste Station: Naantali, die eine bezaubernde Holz-Altstadt besitzt. Der Camping ist top, mit Felsen und rauf und runter sehr abwechslungsreich. Hier geniessen wir Ferientage, nehmen ein Bad, kurven etwas auf den Schären rum, befahren den Königs- und den Stierenweg und somit die Kornkammer Finnlands. In Turku, der ältesten und ehemaligen Hauptstadt nur wenige Kilometer entfernt, besuchen wir die Kaufmarkthalle. Mit Werner und Regine aus Bremen und Christa und Caroline aus Luzern haben wir "äs huerä Fäscht", danke ! Marcels Haarpracht wurde mit Schere und Kamm gestutzt, nun kann man ihn wieder anschauen (aber an den Bart darf niemand ... ha, ha, ha).
Russisch-Orthodoxe Kathedrale Helsinki Endlich geht's nach Helsinki (Chris und Eva kommen, judihudi Geissäfudi !). Am 09. August '01 fahren wir auf dem Rastila-Camping ein und stellen unser Zelt auf. Am nächsten Tag, machen wir für unsere Gäste Platz darin. Mit Jan, den wir schon in Tromsö getroffen haben, erleben wir ein freudiges Wiedersehen. Er ist dieses Mal mit Marco in seinem VW-Bus unterwegs. Nachdem wir Chris und Eva am Flughafen abgeholt und einquartiert haben, verbringen wir alle zusammen einen vergnüglichen Abend (mit lauter jugendlichen besoffenen Finnen). Chris brachte uns von daheim nebst Kettensatz auch verschiedene Leckereien mit. Es ist wie Weihnachten ! ! In den nächsten zwei kurzen Tagen machen wir Helsinki unsicher und es geht mächtig die Post ab ! Schon viel zu früh begleiten wir unsere Freunde wieder auf den Flughafen. Jan, der uns mit seinem Bus hinfährt, ist unsere letzte Hoffnung, da wir zu spät dran sind. Abschied, naja ... da werden wir uns nie dran gewöhnen (sniff, sniff). Mit Jan kosten wir darum noch den Vergnügungspark vollends aus und schlendern danach durch Helsinki. Mit ihm dürfen wir ebenfalls tolle Stunden verbringen und als er sich zwei Tage darauf ebenfalls auf den Heimweg macht, hängt uns das Herz tief in der Hose. Hej Jan, Chris und Eva: See you and thank you very much (wir werden diese Tage nie vergessen) ! !
Den Aufenthalt in Helsinki benutzten wir, um zum zweiten Mal den Starterfreilauf des Tigers zu wechseln. Dabei entdeckten wir, dass das Gehäuse zwar für das verbesserte Teil vorbereitet wurde, aber wieder der gleiche Schund eingesetzt worden war. Frage: Für was habe ich wohl in der CH die vielen Arbeitsstunden bezahlt ? Wir schafften den Wechsel in fünf Stunden. Aber jetzt schnurrt der Tiger wieder, dass es eine Freude ist ! !

Europa, Teil 2 ->