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18.12.2002 - km 118'173
Morgens um 6.00 Uhr (OZ) kommen wir wohlbehalten nach einem vierstündigen, etwas turbulenten Flug durch Gewitter, wo wir die Blitze von oben bestaunten, in Singapur an. 2.85k Wir können's kaum glauben, sind überglücklich, hier sein zu dürfen ! Auf den ersten Blick sieht die Stadt wie im Legoland aus: Alles ist wohlgebaut, platziert und sauber. Schön, aber auch sehr kontrastreich zu Indien ! Wie gut auch das öffentliche Verkehrsnetz organisiert ist, merken wir später. Vieles ist modern, ein Umherziehen in dieser Stadt wird einem leicht gemacht. Wir finden ein sehr zufriedenstellendes Hotel mit Hawker-Resti (= chinesischer Essensstand). Um die Stadt im Stadtstaat kennenzulernen, gehört ein Besuch der verschiedenen Restaurants unbedingt dazu. Sie ist nicht nur Shopping- sondern eben auch Gourmetparadies. Hier lernen wir nach ca. 17 Monaten E-Mail-Kontakt endlich auch Natja und Alex aus Deutschland persönlich kennen: Sie werden im Juli nächsten Jahres zwei Jahre unterwegs sein und kontaktierten uns durch unsere Homepage. Mit ihnen geniessen wir unser erstes Sushiessen. Hier in Singapur kann man thailändisch, japanisch, chinesisch - einfach alles essen und es schmeckt ! ! Zudem muss man verschiedene Shoppingcenter durchstöbern (vom grossen Raffles-City führt ein ca. 3 km langer Shoppingtunnel ins Suntec-City, wo sich das Shoppen durch fünf verschiedene Hochhäuser zieht) ! Hier gibt es alles, was dein Herz begehrt und dein Portemonnaie fürchtet. Uns gefällt es einfach riesig hier und auch das Kino wird besucht ! 1.60k Die Insel Sentosa erreichen wir per Luftseilbahn (von von Roll und Frey AG) und hier dürfen wir pinkfarbenen Delfinen bei einer Show zusehen und Rochen, Haie usw. aus nächster Nähe in der Unterwasserwelt bestaunen. Allerdings weiss man irgendwie, wie auch in der Stadt, nie so recht, was ist echt, was künstlich. Alles ist perfekt angelegt und organisiert. Bevor wir am 18. Dezember den Zug nach Kuala Lumpur nehmen, verabschieden wir uns von Natja und Alex: Das war wirklich genial, euch kennenzulernen. Danke für eure Zeit !
Wir besuchen einen der schönsten Zoos der Welt und eine Nachtsafari: Zum Höhepunkt zählt dabei die Show mit diversen Tieren (Boa, Puma usw.) und die Beobachtung dreier Tiger aus nächster Nähe. Ausserdem lassen wir hier bei Joe unser Federbein reparieren. Er macht dies innerhalb weniger Stunden und - gratis ! Nachdem wir vergebens Sponsoren gesucht haben, konnten wir fast nicht mehr an so etwas glauben ! Um 22.30 Uhr fährt der Schlafwagen (sechs Stunden) ab Richtung Norden, nach Malaysia ! Hoffentlich können wir hier unseren Tiger unbeschadet in Empfang nehmen ? !

31.12.2002
Auch diese Reise überstehen wir gut, wenn auch mit wenig Schlaf. In der Jugendherberge (unpersönliche Atmosphäre) "nisten" wir uns ein und hier warten wir auch auf den Tiger: Nach erstem Kontakt mit der Agentur (eine eigene Auslösung aus dem Hafen sei nicht möglich) steht fest: Das Schiff ist am 15. Dezember angekommen und das Motorrad werde dann jetzt nach ca. vier Tagen ausgeliefert werden. Dies zu einem Preis von knapp 300.- CHF. Na, gut ... dann warten wir.
Unterdessen entdecken wir Kuala Lumpur mit einigen wunderschönen Häusern, einem unpraktischen Transportsystem dafür günstigen Taxis, geniessen vom 421 m hohen Fernseh- und Kommunikationsturm die Aussicht von etwa 260m Höhe: Jetzt bemerken wir erst, dass es die Stadt der Grün- und Parkanlagen ist. Petronas Twin Towers (3152 b)Ein Höhepunkt sind die Petronas Twin-Towers - natürlich mit einem modernen Shoppingcenter: Shoppen gehört nebst Badmington und Golf eindeutig zu den beliebtesten "Sportarten" der Malayen. Das Geschäftsviertel, "Golden Triangle", wartet ebenfalls mit Shoppingkomplexen auf. Da alles und überall gekühlt wird, bekommen wir's zu spüren: Zuerst Marcel, dann Flavia; Fieber, Gliederschmerzen, starke Kopfschmerzen, dann wieder fieberfreie Intervalle. Der Arzt verschreibt da es keine Kombipräparate gibt verschiedene Medikamente, u.a. ein Antibiotika. So schluckt Marcel brav 28 Tabletten am Tag und Flavia kurieren wir selbst. Das hilft und bald sind wir wieder auf den Beinen (fast wie Ecstasy, der Cocktail) !
Ausladen des Tigers bei der Jugendherberge (3103 b)Weihnachten telefonieren wir endlich wieder einmal heim: Es ist halt einfach schön, die Stimmen unserer Lieben hören zu können ! Ausserdem kommen wir hier in den Genuss des Films "The Lord of the Rings II" und sind davon begeistert ! Ohne auf den Tisch zu klopfen, geht's auch in Kuala Lumpur nicht: Unser Tiger können wir in Empfang nehmen. Marcel montiert Federbein und Vorderrad, Flavia putzt die Koffer. Danach wird unser Gefährt gewaschen und vollgetankt. Die Motorradkleidung geben wir auch zum Waschen und so können wir am 31.12, ganz sauber, endlich starten ... Dachten wir ! Das Vorderrad ist platt und Marcel werkelt herum, führt einen neuen Schlauch einen und macht diesen auch gleich wieder platt ! Mit Hilfe eines freundlichen Malayen finden wir spätnachmittags eine Garage, die den Schaden behebt.
Im Bird Park (3156 b)Nun verbringen wir den Jahreswechsel in Kuala Lumpur: So geniessen wir den Silvesterabend in der Sungei Wang Plaza, einem Shoppingcenter, das in ein Streetfestival verwandelt wurde. Hier erleben wir traditionelle Tänze, eine Modeshow und einen faszinierenden, chinesischen Drachentanz. Dummerweise blieb die Kamera in der Jugendherberge. An den Inn-Bars vorbei laufen wir zur Metrostation und fahren zum Merdeka-Platz: Das Sultan A. S.-Gebäude ist, wie jeden Abend, hell erleuchtet. Tausende, vor allem muslimische Familien, sitzen am Boden. Continental führt grossartig viele Autos von Proton vor, und uns unterstützen sie überhaupt nicht ! Langsam spazieren wir zurück und stossen das neue Jahr mit einem kräftigen Schluck Brandy an. Bald kriechen wir in die Federn, da die Reise morgen definitiv weitergehen soll ...

Sultanat-Palast Melakka (2808 b)Burmesischer Palast Penang (2766 b)Melakka, die historische Stadt Malaysias, besitzt einen kleinen, alten Stadtkern. Interessant für uns allerdings ist die Abklärung betreffend einer Verschiffung mit dem Motorrad nach Sumatra. Wir finden heraus, dass dies 20 km weiter südlich möglich ist. Alles klar, so fahren wir beruhigt nach Penang. Diese malayische Insel im Norden des Landes ist grün, hügelig und der Duft des Fruchtbaumes Durian weht uns um die Nasen.

Krabi, Ao Nammao (2265 b)Thailand, wir kommen ! Bei 119'100 km um die Mittagszeit fahren wir problemlos, nach 30 Minuten Zollabfertigung, im neuen Land ein. In Krabi machen wir die Strände unsicher (es sind wirklich nur die Strände sehenswert da) und auf der Insel Phuket fahren wir, wie richtige Touristen auf einer Bootstour in die Inselwelt mit. Schnorchelnd bestaunen wir farbige Fische und trostlose Korallenriffe (Massentourismus und Naturphänomen 'El Niño'). Auf der Insel Phi Phi Leh suchen wir am Mayastrand vergebens Leonardo Di Caprio ("the beach" wurde hier gedreht).

04.02.2003 - km 121'200
Strandverkäuferin, Laem Sing-Beach, Phuket (2832 b)Phuket-Stadt ist eigentlich nichts Besonderes, aber zumindest gibt es hier eine günstige Unterkunft. Von da aus lassen sich gut einige Tagesausflüge organisieren. Auf einer dieser Ausflüge lernen wir Reiner Koster "Kroko" kennen: Die ehemalige Motorradrennlegende aus der Schweiz (23 Jahre aktiver Rennsport) ! Er bietet uns sogar an, bei ihm, seiner Freundin Ann und dem Labradorrüden "Bobbeli" zu übernachten ! Dankbar und begeistert nehmen wir die Einladung an. In seiner Werkstatt kann Marcel auch am Tiger so manche Arbeit erledigen (Ölwechsel usw.). Laem Sing-Beach, Phuket (3001 b)Für einen Tag schlüpfen wir in die Haut richtiger Touristen und geniessen eine Speedboattour zu einigen der phantastischen Inseln in der Andaman-Sea. Hier begeben wir uns ins erste Schnorchel-Abenteuer: Tausende farbige, kleine Fische und jede Menge, leider bereits abgestorbene, Korallen (rücksichtsloses Herumtrampeln der Touristen). Was so ein Massentourismus alles zerstören kann, gibt uns schon zu denken ! Trotzdem geniessen wir das türkisblaue, glasklare Wasser, die grünen, felsigen Inseln und den fast schneeweissen Sandstrand. Auf Phuket gibt es auch endlich wieder feines Brot (und nicht nur grausliges Gummitoast): Bruno Giger, dem Bäcker aus Nidwalden, sei Dank ! Nach einer gemütlichen, lustigen und interessanten Zeit unter Landsleuten geht die Fahrt Richtung Norden weiter. An alle ehemaligen Eidgenossen ein herzliches Dankeschön !
Die erste Pause, nach ca. 100 km, entpuppt sich als Reifenpanne. Sie dauert denn auch ziemlich lange an, doch wird dank Unterhaltung und Hilfe eines sympathischen Schweizer Ehepaares auch kurzweiliger. Beim Eindunkeln, ca. 50 km südlich von Ranong, finden wir im idyllisch gelegenen "Wasana-Bo-Resort" einen günstigen Bungalow. Hier gefällt es uns so gut, dass ein Tag mehr angehängt wird. Bei Ebbe wandern wir über Sandflächen und Steine, um eine nahegelegene Insel zu umrunden. Nächster Stop: Hua Hin, ein mondäner Badeort, der seine Berühmtheit durch den Sommersitz der Königsfamilie und das legendäre Railway- (heute Sofitel-)Hotel erlangte. An Bangkok vorbei, auf mehrspuriger Autobahn, fahren wir zuerst nach Ayutthaya. Buddhakopf, Wat Mahathat, Ayutthaya (3585 b)In der ehemaligen Hauptstadt des Landes, nach Sukothai, herrschte einst von 1350 - 1767 das Siamreich. Zufällig treffen wir auf Tamara und Patrizia, die Zwillingsschwestern aus der Schweiz, welche wir von Melakka her kennen. Auch Andreas und Renate, ebenfalls Eidgenossen (das erste Mal in McLeod Ganj getroffen), sind hier stationiert. Zusammen begeben wir uns auf Entdeckungstour der Ruinenstätten, bewundern die traditionellen thailändischen Teakholzhäuser und den Buddhakopf, sanft vom Wurzelwerk eines Baumes umschlungen. Euch allen ebenfalls ein dickes Dankeschön für die gemeinsame, spassige Zeit !
Teil des Grand Palace, Bangkok (2525 b)Bangkok wartet: Um dem Stossverkehr ein Schnippchen zu schlagen, entschliessen wir uns, um 5.00 Uhr morgens loszufahren. Die Entscheidung war richtig: Problemlos gelangen wir 1½ Stunden später ins Zentrum und quartieren uns im gemütlichen "Tavee-Guesthouse" ein. In der jetzigen Hauptstadt bekommt unser Tiger neue Reifen verpasst und auch der Vergaser wird eingestellt. Unser Fotoequipement wird ergänzt und das Kambodschavisum erhalten wir mühelos. Des weiteren besichtigen wir natürlich Bangkok, den liegenden, goldenen Buddha im Wat Pho (Wat = Tempel), das grösste Teakhaus der Welt (Vimanmek-Mansion) und die riesige Palastanlage (Grand Palace) mit dem Emerald Buddha (Wat Phra Kaew). Am besten gefallen hat uns die Wat Pho-Tempelanlage mit friedvollem Garten, sowie das interessante Nationalmuseum mit weitläufiger Anlage (ehemaliges Palastanwesen). Das Gästehaus ist ein guter Platz, um andere Reisende kennenzulernen. Joshua aus Atlanta (mit seinem Fahrrad unterwegs) oder auch Daniela und ihre Schwester Regula aus der Schweiz. For your interesting and funny company thanks a lot to you all !
Die Spannungen zwischen Thailand und Kambodscha eskalieren wegen einer dummen Aussage einer thailändischen Schauspielerin. Kambodschanische Extremisten attackieren die thailändische Botschaft in Phnom Penh. Obwohl die Grenze offiziell geschlossen sein soll, versuchen wir am letzten Tag des Thailandvisums trotzdem unser Glück. Abfahrt frühmorgens Richtung Grenze: Bisher begleiten uns Sonne, schwere Wolken und heisse Temperaturen. Wie wird das Wetter wohl in Kambodscha sein ? Kennen wir die Situation nicht (siehe Kaschmir-Konflikt Pakisten/Indien) ? Zu unserem Glück ist die Grenze für Touristen jedoch geöffnet und... Touristen laufen hier viele herum. Einfahrt Kambodscha auf dem Fussweg.

15.02.2003 - km 122'332
Die Casinos im Grenzgebiet sind natürlich komplett leer und geschlossen. Für den Stempel ins Carnet de passages dauert es eine Weile, bis der richtige Beamte mit Schlüssel und Material gefunden wird. Nun müssen wir uns mit einer holprigen Kiesstrasse und Schlaglöchern vergnügen. Siem Reap, der Ausgangsort für die Angkor-Tempel ist die erste kambodschanische Stadt für uns. Vor Ta Kev Angkor, Kambodscha (3139 b)Hier stehen gemütliche Gästehäuser luxuriösen Hotels gegenüber. Mit dem Tiger entdecken wir auf dem grossen Areal (ca. hundert Tempel) die atemberaubenden heiligen Stätten. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang bestaunen wir die Apsara's (Tänzerinnenfiguren), Angkor Thom, Angkor Wat, das Bayon usw. und fühlen uns ins 9. - 13. Jahrhundert zurückversetzt. Doch "Lara Croft" liess sich einfach nicht finden... ! Wieder in der Stadt haben wir dafür mehr Glück: Wir dürfen einem Konzert des Kinderarztes Dr. Beat Richner beiwohnen. Neben seinem dritten, neuen Spital, im Kongressaal, erfahren wir interessante Fakten über sein enormes Wirken in diesem Land seit ca. 11 Jahren. Zu denken gibt, dass gewisse Organisationen seine Arbeit als nicht nötig befinden, obwohl er und sein Team monatlich 2600 Kindern (vor allem Tuberkulose, Malaria und AIDS) das Leben retten ! Anruf an alle unsere Leser: Spendenkonto-Nr: PC 80-60699-1 (Vermerk "Kantha Bopha") ! !
Jegliche Behandlung der kleinen Patienten ist kostenlos, da ihre Eltern nicht mal das Transportmittel bezahlen könnten. Viele wandern zu Fuss kilometerweit. Kambodscha ist weltweit das Land mit den meisten Tuberkulosekranken und nach wie vor stark vermint.
Von Phnom Penh nach Sihanoukville (2636 b)Das Strassennetz kennt den Asphalt nur um Phnom Penh und Sihanoukville (im Süden). Ansonsten wird man kräftig auf Kiesstrassen durchgeschüttelt und rot eingestaubt. In Phnom Penh treffen wir auf Ralf und Caroline (Deutschland, mit zwei Honda Transalp), Jason (England, mit BMW GS) und Beat aus der Schweiz (zu Fuss unterwegs). Wir besichtigen die gepflegte, schön angelegte Palastanlage, die Silberpagoda (allerdings mit Teppich und Buddhafiguren unkenntlich vollgestopft) und das National-Museum. Am eindrücklichsten ist das Tuol-Sleng-Museum: Eine ehemalige Hochschule, die während des Pol Pot-(ein Einheimischer) Regimes zu einem Foltergefängnis umfunktioniert wurde. Der Film "Killing Fields" erzählt eine tragische Geschichte aus dieser Zeit (Massengräber ca. 20 km ausserhalb der Stadt). Phnom Penh selbst macht, als Kleinstadt am Mekongfluss gelegen, einen gemütlichen Eindruck: Keine Hochhäuser, viele kleine ungeteerte Strassen, ab und zu Bettler.
Stop unterwegs mit Ralf und Caroline, Sihanoukville (3573 b)Weiter geht die Reise, auf der besten Strasse Kambodscha's, in den Süden nach Sihanoukville. Mit Ralf und Caroline geniessen wir ein paar erholsame Strandtage und lernen Peter, ebenfalls aus Deutschland, kennen. Er lebt seit vielen Jahren vorwiegend in Asien und lädt uns zu sich und seiner Familie nach Hause ein. Gemeinsamer Einkauf auf dem Basar. Danach erleben wir zusammen einen interessanten, lustigen Abend bei feinem "Znacht". Mmh, eines der angenehmsten Dinge in Kambodscha: Knusprige Baguettes (den Franzosen sei Dank) !
Zu viert fahren wir am nächsten Tag über die wohl hoffentlich letzten Kies-/Erdstrassen an bewaldeten Hügeln, idyllisch gelegenen Fischerdörfli vorbei und mit Fähren über klare, blaue Flüsse. Natur pur, wunderschön ! Gerade schaffen wir es noch, vor 17.00 Uhr (Zollschluss) die Grenze zurück nach Thailand zu passieren. In Trat quartieren wir uns müde aber glücklich im Gästehaus "Dream" (mit freundlichem Team) ein. Peter, herzlichen Dank an dich und deine Familie für die tolle Zeit, ebenfalls an Beat, Ralf und Caroline ! Kambodscha mit deiner Einfachheit und unberührten Natur: Du bleibst unvergesslich ! Thanks Jason for the nice time with you !

16.03.2003 - km 128'173
Unsere erste Uebung in Trat: Motorrad und -kleidung waschen ! Und da floss sie dahin: Die rotbraune Erde Kambodscha's...
Die Insel Ko Chiang war wohl vor zehn Jahren noch ein echtes Paradies. Heute wird sie von Hotel-Resorts und billigen Strohbungalows (die den Preis nicht mehr wert sind, vor zehn Jahren allerdings noch neu und schön waren) beherrscht. Trotzdem lohnt sich ein Besuch, der Bilderbuchstrände wegen !
Wat Chedi Luang, Chiang Mai (3169 b)Auf der eigentlich für Zweiräder nicht erlaubten Autobahn um Bangkok (naja, wenn niemand englisch spricht !), fahren wir stetig nordwärts. In Chiang Mai, der Hauptstadt des Nordens, verweilen wir einige Tage, besuchen interessante Tempel und den grossen, bunten Nachtmarkt voller Leben, durchzogen von asiatischen Düften. Eines Abends spazieren wir mitten in ein fröhliches Musikstrassenfest.

Weisser Tempel, Chiang Rai (3170 b)Und hier, in dieser hübschen Provinzhauptstadt, gehen wir auch wieder einmal ins Kino. Wie üblich, dürfen wir, zu Ehren des Königs, eine Minute lang stehend der süssen Melodie und den nicht minder kitschigen Bildern mit dem Monarchen und seiner Familie (vor dem Filmbeginn) beiwohnen. Doch er hatte auch jede Menge für sein Land getan. Chiang Rai, noch nördlicher, ist ruhiger, romantischer und ländlicher. Die Unterkunft "Baan Bua" ist ein Glückstreffer: Brian aus England und seine thailändische Frau Tim führen saubere, schöne Zimmer und einen kleinen, gemütlichen Garten. Brian, ohne typischen, britischen Humor ? Undenkbar ! A propos britisch: Genau hier lernen wir das sympathische Paar Helen und Gary kennen. Jeden Abend essen wir zusammen und durchstreifen den, auch hier faszinierenden, Nachtmarkt. Giuliano aus Italien ist ein älterer, aufgestellter Mann, schon seit einigen Monaten in Thailand unterwegs. Mit dem Tiger machen wir Tagesausfahrten, unter anderem in die Grenzstadt Mae Sai. Das einzig Sehenswerte ist der herrliche Ausblick vom Tempelhügel über die Region und myanmarischen Boden. Von Mae Sai aus führt uns eine kleine, gewundene Strasse über Berge und Hügel - immer wieder einen phantastischen Ausblick auf die Wälder und Gemüsefelder (ehemalige Opiumflächen) bietend. Wir haben die Höhe von 1708 m.ü.M. und somit Doi Mae Salong erreicht: Ein liebliches Bergdorf, dessen Uhren hier langsamer zu ticken scheinen. Ein weiterer Ausflug bringt uns der laotischen Grenze dem breiten Mekong-Fluss entlang, ans Goldene Dreieck. Doch die bergige, grüne Landschaft davor ist spektakulärer, spannender. Einzig das kleine, interessante Opium-Museum ("house of opium") mag am Flussdelta zu überzeugen.
Der neue, weisse Tempel, etwas ausserhalb von Chiang Rai, strahlt und glitzert in der Sonne. Er ist absolut sehenswert, ein Highlight ! Um noch weitere kleine traditionelle Dörfchen zu sehen, kurven wir die Strasse hoch. Doch - irgendwie verirren wir uns und landen auf ausgewaschener Naturstrasse mit tiefen Rillen, steilen Hängen, Laub und Kies. Nun fühlt sich Flavia wieder nicht mehr so wohl ! Aber keine Angst - wir gehen nicht verloren. Das Team Marcel und Tiger bringt uns wieder auf die sichere Hauptstrasse: Nur auf einem 100 km langen Umweg !

Typisches Dorf, Nordwesten Thailand (3042 b)Den Khun Kom-Wasserfall (ca. 70m hoch) erreicht man nach einem 30minütigen Bambus-Dschungel-Pfad-Spaziergang. Rocky und Cheryl aus Kanada sind unsere Begleiter, denn sie haben dieselbe Idee im Kopf: Schwimmen im Wasserfallpool. Gesagt, getan ! Nur, das Wasser ist eisig kalt und die Wucht des herunterfallenden, tosenden Falles nichts für empfindliche Haut ! Trotz des baldigen Sonnenunterganges wagen alle vier einen Sprung ins kühle Nass !
In Pai treffen wir Helen und Gary wieder und zusammen geniessen wir Thermalquelle, feines Essen und tolle Live-Blues-, Rock-Musik in der "Be-Pop"-Bar. Peter, ein Schweizer Webstübler, der schon seit vielen Jahren in Thailand lebt und nun das "Nunya's Guesthouse" mit Motorradvermietung (Pai Enduro Team) führt, weiss so manch spannende Geschichte zu erzählen. Sonja, ebenfalls Gast aus der Schweiz, verliebt sich in seine selbstgemachten Hängematten und verbringt auch den grössten Teil des Tages darin. Mit Helen und Gary (per Moped) besuchen wir die Thum Lod-Höhle, ca. eine Stunde Fahrt entfernt. Diese Höhle besteht aus drei riesigen Hallen und ist vor allem für das abendliche Naturspektakel bekannt: Von 18.00 - 19.00 Uhr kreisen Millionen von Schwalben über dem Höhlenausgang, um nacheinander in Gruppen raketenmässig ins Dunkle der Höhle zu stürzen (Nachtlager). Nicht jeder Vogel überlebt diesen Event: Ab und zu fällt einer wie aus dem Nichts zu Boden - mausetot (gibt's denn bei denen keine Helmpflicht ?) ! Auf den Auszug der Fledermäuse warten wir nicht mehr. Es ist fast dunkel und wir müssen noch zurückfahren. Die kommenden Tage düsen wir der myanmarischen Grenze entlang in den heissen Süden. Immer wieder treffen wir das englische Paar Helen und Gary, bis wir dann im idyllischen Dorf Mae Sariang bei Whisky und Cola bis spät in die Nacht Abschied nehmen müssen. Von Mae Sariang über Sukothai gelangen wir nach Kanchanaburi. Brücke über den Fluss Kwai, Kanchanaburi (3436 b)Berühmt wurde diese Stadt durch die unmenschliche Gründung der Eisenbahnlinie nach Myanmar, bzw. der "Brücke über den Fluss Kwai" im zweiten Weltkrieg (Japanerbesetzung). Das JEATH-Museum (Acronym aus Japan, England, Australien, Amerika, Thailand und Holland) zeugt mit erschlagenden, eindrücklichen Bildern und Berichten von dieser denkwürdigen Zeit, als Gefangene aus den oben genannten Ländern diese "Todeslinie" unter minimalsten Bedingungen bauen mussten. Die Brücke heute selbst: Reine Touristenattraktion. Die riesigen, zum Teil gepflegten, zum Teil vernachlässigten, chinesischen Friedhöfe sowie einige Tempel sind ebenfalls einen Besuch wert. Ueber Nakhon Pathom, wo die grösste buddhistische Stupa der Welt (Phra Pathom Chedi) steht, fahren wir zum Wasserkanalmarkt ("floating market") in Damnoen Saduak. Zwar sind die Kanäle inzwischen betoniert und die Strände an Land touristengerecht überdacht, doch ist es höchst interessant, die traditionellen Boote und das Treiben der (meist) Verkäuferinnen mit ihren Strohhüten zu beobachten. Nicht weniger amüsant gestaltet sich das Betrachten einiger tölpelhaften Touristen. Ohne Zweifel: Hier vereinen sich Moderne und Tradition !

Irgendwie komisch: Marcel kann soviel Gas geben, wie er will; er fährt immer 0 km/h ... Keine Angst, dieses Mal ist es nicht die Kupplung, sondern nur der Tachometer, der "den Geist aufgibt". Naja, das GPS scheint eh genauer zu sein ... Letzter Aufenthalt in Thailand: Ko Samui !
Auf Ko Samui (2214 b)In der Nähe des Lamai-Strandes finden wir eine paradiesische Bleibe: "Noi's Bungalow" hat Strand, Wellen, feines Essen und lustige Atmosphäre zu bieten. Gabor, ein ehemaliger Schweizer und seine thailändische Partnerin Wan, sorgen für das Wohl der Gäste und das excellent ! Unweit entfernt: Die "Grossmutter- und Grossvater-Felsen"; eine natürliche Attraktion, für die es selbstverständlich auch eine Legende gibt. Wir entdecken, auf einer Rundtour mit dem Tiger verschiedene Strände. Das Schnorcheln ist nicht gerade eine gute Idee, da das Wassers vom schlechten Wetter her noch stark aufgewühlt ist. Doch beim Baden haben wir grossen Spass. Die Landschaft der Insel gefällt uns: Wasserfälle, mit oder ohne Pools, einige Strände sind noch idyllisch, nicht zu touristisch. Vereinzelt sieht man ärmliche Siedlungen. Zum Kontrast: Der goldene Buddha auf einem kleinen Hügel im Norden der Insel: Enttäuschend, kitschig ! Mit Martina und Manfred aus Deutschland, Alain und Stefan aus der Schweiz, sowie Adam aus Neuseeland erleben wir viel Kurioses, Interessantes, Lustiges: Die Entdeckung spezieller Meeresschneckendeckel, nähere Inspizierung der "Grossvater- und Grossmutter-Felsen" und eine Transvestitenshow in "Willi's Bar". Zusammen haben wir viel Spass und von Martina und Manfred werden wir sogar zum Frühstück eingeladen. Bald heisst es auch hier: Abschied nehmen ! Hey, Peter, Sonja, Alain, Stefan, Martina und Manfred, Ralf und Caroline, Gabor und Wan: Herzlichen Dank für die unvergesslich tolle Zeit ! Brian and Tim, Rocky and Cheryl, Giuliano, Adam: Thanks a lot for the great time !
Mitte März erreichen wir zum zweiten Male Malaysia.

29.03.2003 - km 129'527
GP F1 Sepang (2902 b)Da eine Fährfahrt zur Insel Langkawi "supiorganisiert" ist, und wir deswegen nicht übersetzen können, entschliessen wir uns zur Fahrt direkt nach Kuala Lumpur. Schliesslich findet in einer Woche der Grand Prix F1 in Sepang statt. Mit Helen und Gary verabreden wir uns in dieser Stadt und am 23. März ist es tatsächlich soweit: Zu viert sitzen wir auf Tüchern am Boden im Schatten der Tribüne. Die Spannung steigt: Nach der Oldtimer- (welche Flavia am besten gefällt) folgt die F3-Runde. Und dann der eigentliche Grand Prix: Die Motoren dröhnen, die Wagen flitzen vorbei, gleiten in die Kurven. Das Rennen ist ja toll, doch die mitreissende, euphorische Stimmung bleibt aus ! Wieder zurück in der Jugendherberge verbringen wir den Abend mit den beiden Engländern. Bis nach Mitternacht bleiben wir wach, um noch einen Anruf nach Hause zu machen. Und ... Helen bleibt extra ebenfalls so lange bei uns, um nach 24.00 Uhr Flavia zum 30. Geburi zu gratulieren !
Der besonere Tag hat ein paar Haken: Das erwartete Post-Paket von daheim ist immer noch nicht angekommen und am Abend zerbricht die Jubilarin sogar Geschirr in einem Restaurant. Naja, aähhmm, ob wohl diese Scherben Glück bringen ? Aber ansonsten wird Flavia ganz schön von den dreien verwöhnt mit feinem Essen, einer kleinen Geburitorte und süssen Drinks in einer Bar ! Nachdem wir endlich das Post-Paket, welches eigentlich schon seit fünf Tagen hier war (Schlamperei des Kurierdienstes) entgegennehmen können, fahren wir weiter in den Süden. Good bye Helen and Gary, you both are great and we'll never forget this time. Thank you so much !
In Melakka treffen wir Maarten aus Holland, mit dem wir zusammen Sumatra erkunden werden. Ende Monat, im Handelshafen (ca. 20 km südlicher der Stadt), verladen Marcel und Maarten eine Honda Africa Twin und einen Triumph Tiger auf ein hölzernes, mit Knoblauch vollgeladenes Handelsboot, welches nach Dumai ablegen wird. Per Bus fahren wir zurück und setzen mit der älteren, geräumigen Passagierfähre nach Sumatra über. Nach 2½ Stunden Fahrt erreichen wir das 25. Land unserer Reise: Indonesien !

16.05.2003 - km 132'748
"America, America ?" rufen uns fragend die wartenden Taxifahrer entgegen. "No" antworten wir. Mimisch schneiden sie sich mit dem Zeigefinger die Kehle durch ... Das Wasser hat eine trübe, grünbraune Farbe und ein Hafenangestellter ruft gehetzt: "Go, go !". Bevor es zu regnen anfängt, finden wir ein komfortables Hotelzimmer, das zu dritt geteilt wird. Am nächsten Morgen sehen wir endlich unsere Motorräder auf dem Boot wieder. Gott sei Dank sieht alles noch gut aus !

Doch da gibt es ein Problem: Das Wasser der Bucht ist so tief (Ebbe), dass ein herunter-, in diesem Falle, herauffahren unmöglich ist. Deswegen ist Warten angesagt ! Doch die Bekanntschaft und Unterhaltung der Jugendlichen aus der Stadt, die englisch studieren, verkürzen uns die Zeit enorm. In Indonesien ist es üblich, und die Idee ist genial, dass Schüler den Kontakt mit Touristen suchen, um englisch zu praktizieren. Ihre willkommene Uebersetzungshilfe ermöglicht es uns, die verschiedenen Hürden (Motorradentladung, Zollbüro und Polizeistation) leichter zu nehmen. Als Höhepunkt werden wir privat zu einem muslimischen Mittagessen eingeladen: Im Wohnraum sitzen ca. 30 Menschen (Familie, Jugendliche) auf dem Boden, geniessen Reis, auf verschiedene Arten gekochter Fisch, scharf gewürztes Gemüse und zum Dessert Bananen. Die Stimmung ist gelöst, freundlich. Nur der Gastgeber warnt, wir sollen vorsichtig fahren... ! Einbruch beim entladen in Dubai (3420 b)Am Nachmittag steigt endlich das Wasser (Flut) und die Motorräder können entladen werden, was mit dem hohen Gewicht des Tigers gar nicht so einfach ist. So bricht bereits auf dem Boot eine Holzplanke (zum Glück gibt es doppelten Boden). Ueber die Wippe fährt Marcel auf den Steg und über eine breite Rampe aufs Land. Doch brauchen die Arbeiter zu lange, um diese Rampe zu richten, was bedeutet, dass der Tiger durch das lange Warten erneut einbricht. Aber was ist das ? Hier gibt's darunter keinen zweiten Boden mehr ! Nur schnell herunter ! Marcel's Herz rast, das Gehirn arbeitet auf Hochtouren und seine Hände zittern ! Gottlob schaffen es die beiden !
Abends sind wir als Hauptattraktion in die Englischschule eingeladen. Obwohl wir viel Spass mit den jungen Leuten haben, sind wir sehr, sehr müde und froh, endlich ins Bett gehen zu können. Wow, das war vielleicht ein Tag !
Orang-Utan, Dschungel Bukit Lawang (4927 b)Nächstgrösserer Stop: Bukit Lawang. Dieses malerische, hübsche Dörfchen nördlicher, am Rande des Regenwaldes, ist unser Ausgangspunkt zu einem zweitägigen Dschungeltrek. Das Dorf Bukit Lawang (3516 b)Obwohl es jeden Tag regnet, macht es Megaspass, mit Maarten, Eigor (aus dem Allgäu) und den beiden einheimischen Führern Oman und Indra (die wendig mit ihren Sandalen überall durchhüpfen) im dichten Blätterwald zu trekken. Es ist unglaublich spannend und faszinierend, den Orang Utans (Sumatra ist ihre Ursprungsinsel) beim Turnen und Füttern zuzusehen ! Auch die Pflanzenwelt erscheint sehr vielfältig: Unter anderem stehen hier Mahagoni-, Zimtbäume, 300jährige Riesen und ein Baum wird angeschnitten, dessen Rinde, gekocht, sich in ein erfolgreiches Mittel gegen Malaria verwandelt. Das Essen am einfachen Lagerplatz schmeckt sehr, das Schwimmen im Wasserfallpool erfrischt. Bei Kerzenlicht haben wir es gemütlich, lustig und schlafen können einige überhaupt nicht. Am nächsten Morgen, gestärkt durch ein kräftiges Frühstück, kraxeln wir langsam wieder zurück. Der krönende Abschluss des Abenteuers bildet eine Tubingfahrt (je vier grosse Reifenschläuche in einer Reihe aneinandergebunden) auf dem wilden Fluss bei den ersten Sonnenstrahlen. Der ganzen Crew und Begleitung herzlichen Dank für dieses unvergessliche Abenteuer, es war grossartig !
Am Krater des Vulkans Sibayak (2647 b)In Berastagi, bei den Karo-Batak mit ihren typischen, schilfbedeckten Hausdächern, besteigen wir den Vulkan Sibayak (ca. 2100 m.ü.M.) Da es allerdings wieder mal regnet, entschliessen wir uns zum Abbruch der Besteigung und geniessen dafür ein 40°C heisses Thermalbad. Am nächsten Tag lacht die Sonne erneut, der Himmel ist blau, die Vögel pfeifen. Auf dem Gipfel windet's und die Felsen erinnern an die Pässe daheim. Der Kratersee ist gelblich, grün und blau. Ueberall dampft es aus den Rauchlöchern. Schwefel beisst in der Nase. Wir essen einen Imbiss und steigen, den im Gegensatz zum einfachen Aufstiegsweg, rutschigen, steinigen und morschen Abstiegspfad hinunter (angeblich waren es 2600 "Treppenstufen", doch sicher die Hälfte davon ist verschwunden). Am drittgrössten See der Welt, dem Toba-See, verweilen wir ebenfalls ein paar Tage. Toba-See, einer der grössten der Welt (2175 b)Die Insel Samosir besitzt eine kleine Halbinsel: Tuk-Tuk. Hier in diesem ruhigen, idyllischen Ort dürfen wir einer traditionellen Tanz- und Musikvorführung beiwohnen, im erfrischenden Wasser des Sees baden und einen ausgewanderten Schweizer-Bäcker kennenlernen. Bei Gerhard holen wir ein paar Mal feines Brot für's Frühstück. Auch Dir und Deiner Frau herzlichen Dank, sowie mit dem baldigen Nachwuchs nur das Beste ! Dieses kleine Paradies verlassen wir nur ungern, nachdem wir ein kleines Batak-Museum (Batak=Einheimische), die kunstvoll geschnitzten Toba-Batak-Häuser, sowie einige massive, steinerne Königsgräber besichtigt haben. Doch die Zeit läuft uns davon und Indonesien ist ja sooo gross (ca. 17'000 zum Teil unbewohnte Inseln). Bei einigen Strassenpassagen müssen die beiden Fahrer besonders aufpassen: Ein Strassenstück, bergaufgehend, besteht aus tief aufgewühlter, matschiger Erde. Sogar die Lastwagen, im Strassenbau tätig, haben grosse Schwierigkeiten, vorwärtszukommen. Das Team Tiger/Marcel schafft aber auch diese Hürde, wenn auch ziemlich durchgeschüttelt. Phuu, nun können wir wieder ruhig durchatmen !

Am Äquator mit Maarten (NL) (3334 b)Der nächste Tag ist wolkenverhangen und regnerisch. Ausgerechnet als wir nachmittags den Äquator erreichen, geht ein Regenguss nieder. Bei einer Familie finden wir trockenen, unterhaltsamen Unterschlupf und kaufen als Dankeschön ein T-Shirt und Getränke. Nach ca. 90 Minuten lässt der Regen nach, wir können Fotos knipsen und das mittelmässig schöne Museum besuchen. In Bukittinggi verabschiedet sich Maarten von uns. Er möchte noch bis Timor fahren und von dort nach Australien fliegen. Der zweimonatige Visumsaufenthalt ist dafür nicht gerade eine lange Zeit. Wir besuchen anschliessend, wieder alleine, die Gegend am Maninjau-See, wo die Minangkabau ansässig sind. Bemalener Felsen im Gebirge Sumatras (3052 b)Hier erleben wir das insektenreichste und wasserundichteste Zimmer (Spinnen, Ameisen, Riesengecko und eine tropfende Diele) auf unserer Reise und fahren dann ebenfalls Richtung Süden. Drei Tage brauchen wir, bis die hässliche Stadt (Bandar Lampung) ganz im Süden Sumatra's, erreicht ist. Die Strassen sind mit zum Teil recht tiefen Schlaglöchern übersäht, der Verkehr hält sich in Grenzen. Vom Süden Sumatra's setzen wir mit der Fähre nach Java über. Dabei treffen wir Mitglieder des Oldtimer-Motorrad-Clubs Jakarta (MAGI). Eine spezielle Truppe. Leider ist, wie um Bangkok, die Benutzung der schnellen Autostrasse nur für vierrädrige Fahrzeuge erlaubt. So müssen wir, eh schon ziemlich müde, noch durch unzählige Städte hindurchfahren, die mit ihrem Verkehrschaos viel Zeit kosten. Abends Einfahrt Jakarta. Der Verkehr ist fliessend, die Strassen breit; es ist ruhig. Endlich finden wir einen angenehmen Platz zum Bleiben und eine sichere Parkmöglichkeit für den Tiger. Wie sind wir froh, da zu sein ! Tiger-Feinputz in Lagerhalle, Jakarta (2651 b)Tiger, Versandbereit... (2706 b)Von hier aus werden wir unser Motorrad verschiffen lassen. Drei Tage vergehen schnell mit Waschen, Putzen und Polieren ! Dazu kommt noch die Verschiffungs-Organisation. Alles in allem benötigen wir acht Tage inklusive zwei Ruhetage. Die Stadt ist überraschend: Sie scheint auf den ersten Blick nur grau zu sein, riesig, mit schlechter Luft und zuviel Verkehr. Viele Quartiere und Gassen sind grün, ruhiger, friedlich - wie in kleinen Dörfern. Empfehlenswert sind das National-Museum, Batavia (holländisch=Altstadt) mit ein paar gut erhaltenen, historischen Bauten der Holländer, einige neue Shoppingcenter und Restaurants, in denen es sich fein speisen lässt. Mit dem Cargo-Service sind wir sehr zufrieden. Remo: Herzlichen Dank für Deine kompetente Hilfe !
Ab sofort heisst es nun: Tiger adieu, Rucksack ahoi ! Per Zug fahren wir zehn Stunden lang (ziemlich unbequem) in den Süden Zentraljava's, nach Yogyakarta: Der kulturellen Haupstadt. Der Krönungssaal mit Portraits des jetzigen Königs (3029 b)Für uns steht analog zu den Beobachtungen im Zug fest: Asiaten können immer, überall und in jeder Position schlafen ! Wir finden eine gemütliche Unterkunft, die durch Holzschnitzfiguren und anderen Kunstgegenständen besticht. Ueberhaupt herrscht in dieser, für Batik/Malerei bekannten, Stadt ein Künstler-Flair. Wir besuchen den riesigen Palast, lauschen der schwerfälligen Gamelan-Musik, bewundern die höfischen Tänze dazu, kraxeln in den Ruinen des Wasserschlosses mit der unterirdischen Moschee herum und spazieren durch den schmutzigen, aber interessanten Vogelmarkt. Nicht zu vergessen auch die, für Marcel besonders wichtigen, Besichtigung der Tabakfabrik "Martani".
Hinter dem Borobodur-Tempel (2817 b)Per Minibus fahren wir nach Borobodur und besuchen den einmaligen, quadratischen buddhistischen Tempel in Pyramidenform aus dem 8. Jahrhundert. Das Bergpanorama ist überwältigend ! Mit zwei alten, klapprigen Fahrrädern möchten wir am frühen Morgen den Sonnenaufgang erleben. Doch trotz Schweiss bleibt der Tempel, vom Nebel umhüllt, verborgen. Allerdings ist es eine Freude an den, mit Bodennebel verschleierten, Gemüse- und Reisfeldern vorbeizuradeln, dem Quaken der Frösche zu lauschen und das Erwachen der Dorfbevölkerung zu beobachten. Immer wieder werden wir mit "hello, good morning" oder "selamat pagi" begrüsst. Ueber Yogyakarta fahren wir direkt weiter nach Probolinggo. Um 21.00 Uhr kommen wir per Car völlig erschöpft an und haben Probleme, ein günstiges Hotel zu finden (Festival anstehend). Nun beginnt es auch noch zu regnen. So bezahlen wir halt etwas mehr für eine Nacht. Probolinggo ist für viele Reisende der Ausgangspunkt zur Besteigung des Vulkans Bromo. Vulkane Bromo, Batok und Semeru (mit Wolken) (1989 b)Und genau das haben auch wir vor. Nebel und Kälte herrschen auf 2400 m.ü.M., als wir ankommen. Mit Robert aus Holland, Jennifer aus Irland und Phylip aus Wales wagen wir um 3.00 Uhr nachts den einfachen Aufstieg. Sternenhimmel ! Wow, noch gestern ein unvorstellbarer Gedanke ! Zwei Stunden später erreichen wir den ersten Aussichtspunkt und bleiben da, weil der Boden gut für den Stand des Statives ist, um Fotos knipsen zu können. Jennifer und Robert wandern noch weiter, bis zum Gipfel des Penanjakan. Morgenstimmung vom Penanjakan aus richtung Tal (1636 b)Die Sonne versteckt sich zwar hinter den Wolken und es weht ein kühler Wind um unsere Nasen, doch die Stimmung ist phantastisch: Im Tal erwacht das Dorf, Hunde bellen, Hähne krähen, die Lichter der Häuser gehen eines nach dem andern aus. Auch Vögel zwitschern. Im riesigen Krater verändern sich die Nebelschwaden immer wieder, geben der Szenerie eine mystische Atmosphäre. Die Farben Okker, Grau, Rostrot und Grün herrschen vor. Der Vulkan Bromo raucht, sein Kumpan Batok ist still.
Vulkan Bromo, Ostjava, Indonesien (2541 b)
Hinter ihnen erruptiert der Vulkan Semeru immer wieder. Seine dunklen Wolken werden vom Wind verweht. Nach 7.00 Uhr treffen Jennifer und Robert, die natürlich vom Gipfel eine weitere Aussicht genossen haben, ein. Zusammen spazieren wir durch die riesige Ebene des Kraters und die 250 Treppenstufen zum Bromo-Kraterrand hinauf, nach dem Abstieg des Penanjakan. Im Innern des Bromo köchelt's, bzw. dicke, weisse Wolken steigen aus dem Loch empor. Schwefel liegt in der Luft, Kekse werden verteilt und der Durst gestillt. Wieder zurück, todmüde aber glücklich, gibt's eine kalte Dusche und das Frühstück. Verabschiedung der Wanderkollegen: Thanks a lot to Phylip, Robert and Jennifer, we enjoyed very much to walk with you all !
Kuta Beach, Bali (2359 b)Wieder in Probolinggo, warten wir auf den Nachtbus nach Bali, welcher auch endlich, nach zweistündiger Verspätung, vorfährt. In der Legian-Strasse, nahe des Kuta-Strandes im Süden Bali's, am nächsten Morgen quartieren wir uns für 11.- CHF in einem Hotel mit Swimmingpool und Frühstück ein. Zuerst gilt es, einen möglichst günstigen Flug nach Auckland zu buchen, was nicht ganz so einfach ist. Danach suchen wir ein paar Geschenke für unsere Freunde. Naja, daheim wird geheiratet und Babies werden geboren. Erst dann können wir uns ein paar Tage am schönen, 8 km langen Kuta-Strand erholen. Das Wasser des indischen Ozeans ist frisch, die Wellen hoch. Es macht riesig Spass, den Surfern zuzusehen und es juckt uns ein bisschen im "Füdli". Sogar die Surflegende Gede, seit 30 Jahren auf dem Brett, lernen wir kennen. Am Strand sitzen Eis-, Uhren und Sarongverkäufer/innen mit ihren farbigen Stoffhüten. Touristen joggen, spazieren am Wasser entlang, Kinder buddeln sich im Sand ein oder bauen Burgen. Auch die Gassen machen einen gemütlichen Eindruck, sind sie doch von Touristen nicht überfüllt. Die Souvenirshops sind sauber und gepflegt. Von der Insel sehen wir leider nichts, da nach fünf Tagen unser Flug ins 26. Land der Reise, nach Neuseeland geht.
Entgegen den Nachrichten die man liest oder hört, sind die Indonesier ein lebensfrohes, hilfsbereites und freundliches Volk (überall wird Gitarre gespielt und gesungen) ! Ihr Land würden wir fast jederzeit und ohne zu fragen wieder besuchen. Die Kosten sind im Verhältnis günstig, die Landschaften unvergleichbar grün, abwechslungsreich einfach wunderschön !


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